Von Dirk Steinkühler
Als ob da böse Geister am Werke wären, sah es lange so aus, daß Peter Jacksons Gruselspaß
The Frighteners niemals deutsche Leinwände füllen würde, nachdem er bereits vor über einem Jahr in den USA eine finanzielle Pleite erlebte. Nun wird er doch noch in der Originalfassung in einigen hiesigen Filmtheatern zu sehen sein. Wie üblich mußte
The Frighteners natürlich floppen, da der Film zu gut für diese Welt ist, und Geister oder Untote zwar vieles können, aber immer noch Probleme beim Lösen einer Kinokarte haben. Sie hätten nämlich einen Heidenspaß an dieser, sie selbst parodierenden Tour durch übersinnliche Sphären.
Die fürs Außerirdische und Spirituelle äußerst empfänglichen Amerikaner werden hier hingegen kräftig durch den Kakao gezogen. Sie glauben einfach alles, weshalb ihnen Michael J. Fox als gewitzter Geisterjäger Frank Bannister zusammen mit zwei höchst lebendigen Toten riesige Bären aufbinden kann. So heuern ihn auch Lucy Lynskey und ihr spießiger Ehemann an, um lästige Poltergeister, in diesem Fall Bannisters Helfer, aus ihrem Haus zu vertreiben. Doch als plötzlich Lucys Angetrauter ins Gras beißen muß, scheint es hier einen weiteren fiesen Mitspieler zu geben, der sich schnell als apokalyptischer Sensenmann entpuppt. Seinem dunklen Geheimnis auf der Spur stoßen Frank und Lucy nicht nur auf eine seltsame alte Dame und ihre verstörte Tochter, sondern auch auf eine mysteriöse Mordserie, die in dem Kleinstädtchen Fairwater schon über 13 Leben gekostet hat.
Braindead-Regisseur Peter Jackson persifliert hier nach dem Splatterfilmgenre die vielfältige Welt des Horrorfilms und der Serienkiller. Neben einer Fülle irrwitziger Spezialeffekte, einer perfekt gestalteten Atmosphäre und jeder Menge Genrezitaten, liefert die Splatter- und Horrorfilm-Ikone Jeffrey Combs eine phantastische Vorstellung als größenwahnsinniger FBI-Agent Milton Dammers. Außerdem tragen Jacksons bestens aufgelegter Star Michael J. Fox und Produzent Robert Zemeckis ihr übriges dazu bei, daß sich der Kinofreund in Sachen Tempo und Ideenreichtum an die besten Momente der
Zurück in die Zukunft-Trilogie erinnert fühlt.
1970-01-01 01:00