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Mimic

USA 1997. R: Guillermo Del Toro. B: Matthew Robbins, Guillermo Del Toro, Matthew Greenberg, John Sayles. K: Dan Laustsen. S: Patrick Lussier. M: Marco Beltrami. P: Miramax Films Corp. D: Mira Sorvino, Jeremy Northam, Giancarlo Giannini, Charles S. Dutton, F. Murray Abraham u.a.
106 Min. Kinowelt ab 12.3.98
Von Dirk Steinkühler Wenn es zu Mimic überhaupt irgend etwas Interessantes zu bemerken gibt, dann ist es die Mitarbeit von Independent-Filmer John Sayles am Drehbuch. Denn hier zeigt sich doch wieder einmal, wofür solche lieblosen Konstrukte erdacht und erschaffen werden und warum jemand wie Sayles dabei mitmacht, nämlich, um Geld zu verdienen. Für den wissenschaftlichen Background der Story oder deren Dramaturgie scheinen seine Dienste jedenfalls nicht verwendet worden zu sein, obwohl dies bitter nötig gewesen wäre. Mimic ist so aufregend wie die Gebrauchsanweisung für ein Insektenspray. Die leidlich spannende Story im 08/15-Format läßt den Zuschauer lediglich bei einigen Schockeffekten aus dem Sessel aufschrecken und setzt auf den Grusel vor schleimigen Kreaturen, die sich seit drei Jahren in den New Yorker U-Bahnschächten fleißig vermehrt haben. Damals dämmte ein von Mira Sorvino als Dr. Susan Tyler geleitetes Forscherteam mit Hilfe herangezüchteter, steriler Spezies eine tödliche Epidemie ein und rettete die menschliche Welt. Jetzt schlägt die Natur zurück, denn nach den Gesetzen der Evolution, Immunologie und des Mimikrys, deren Erklärung hier wahrscheinlich der biologisch wenig versierte Mr. Sayles beitragen mußte, entwickelten sich aus den Parasitenvertilgern menschengroße, -imitierende und -jagende Monster, mit denen sich erneut Tyler & Co. herumschlagen dürfen.

Dabei erscheint des weiteren noch interessant, daß die hilflose Mira Sorvino schon mit ekeligem Krabbelkram in einem viertklassigen Horrorfilmchen spielen muß, damit sie als Wissenschaftlerin halbwegs glaubhaft wirkt. Von weiteren, unter Wert verkauften Darstellern wollen wir erst gar nicht reden, sieht man vielleicht von der Mitwirkung Giancarlo Gianninis ab, den mancher schon für tot hielt, wobei er hier auch so aussieht. Und damit zum Schluß auch noch der Letzte sein Fett weg bekommt, sei kurz noch angemerkt, daß die Quote der Filme, die der freundliche Autor hier bespricht und die dann im Videoregal landen, ziemlich hoch ist. Warten wir also ab! 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #09.
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