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Nix zu verlieren

Nothing to loose. USA 1997. R,B: Steve Oedekerk. K: Donald E. Thorin. S: Malcolm Campbell. M: Robert Folk. P: Touchstone Pictures. D: Martin Lawrence, Tim Robbins, John C. McGinley, Giancarlo Esposito, Kelly Preston, Michael McKean, Rebecca Gayheart u.a.
97 Min. Buena Vista ab 1.1.98
Von Christian Gruber Nick Beam ist ein erfolgreicher Werbemensch, hat Geld und lebt in einer harmonisch-glücklichen Beziehung. Dies alles scheint verloren, als Nick eines schönen Tages seine Frau beim Sex mit seinem Chef überrascht. In diesem Augenblick klinkt Nick aus, gondelt wie betäubt durch Los Angeles, als T. Paul in sein Auto springt und ihn überfallen will. Nur hat Tim Robbins alias Nick Beam einige Erfahrung mit solchen Situationen (man denke an die groteske Geiselnahme im Autohaus beim Cadillac Man) und hat nichts zu verlieren, rein gar nichts. Daher wird Nick nun zu T. Pauls (Martin Lawrence) Entführer und damit beginnt endgültig ein schier wahnwitziges Abenteuer in dessen Verlauf es die beiden sowohl mit schießwütigen Tankwarten, der Polizei, als auch mit einem sein Terrain verteidigenden Gangsterduo zu tun bekommen.

Steve Oedekerk gelingt eine wunderbar stimmige Komödie, die zwei völlig unterschiedliche Hauptakteure aufeinander losläßt und ihnen jedweden Raum gibt um sich auszutoben. Dabei mag Martin Lawrence manchmal noch so sehr durch seine seltsam unlustigen Sprüche nerven, das Zusammenspiel mit Tim Robbins klappt wunderbar und der Großteil des Wortwitzes und Slapstickeinlagen sitzt. Bestechend ist das Tempo mit dem Oedekerk seinen Film beginnt und welches er fast den gesamten Film auch durchhält. Immer wenn es durch kleine Schlenker oder Sentimentalitäten zurückgenommen wird, überrascht Oedekerk mit einer unerwarteten Wendung oder einem weiteren aberwitzigen Gag.

Besonders gelungen sind Oedekerk aber die Musikeinlagen. So darf Tim Robbins zu »Scatman« einen gewagten Feuertanz hinlegen und Oedekerk ist sich nicht zu schade selbst in Erscheinung zu treten und einen leicht debilen Wachmann zu mimen, der eine überlange groteske Mischung aus Breakdance und John Travolta-Tanz aufs Parkett legt.

Natürlich hagelt es am Ende ein überdimensionales Happy-End, aber etwas anderes zu erwarten hieße, die Grenzen des Genres zu sprengen. Dafür ist Oedekerk dann doch nicht der Richtige.Was bleibt ist ein lauter, chaotischer, fast hektischer und am Ende wunderbar rosaroter Film. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #09.
© 2012, Schnitt Online

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