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Run, Fat Boy, Run

GB 2007. R: David Schwimmer. B: Michael Ian Black. K: Richard Greatrex. S: Michael Parker. M: Alex Wurman. P: Material Entertainment. D: Simon Pegg, Thandie Newton, Hank Azaria, Dylan Moran, Harish Patel, Matthew Fenton, India de Beaufort, Simon Day, Stephen Merchant u.a.
100 Min. Warner ab 3.4.08

Ausgenudelt

Von Sebastian Gosmann Daß Simon Pegg ein brillanter Komiker ist, hat der Brite schon zur Genüge bewiesen. Nicht nur als titelgebender Held der grandios witzigen Zombiefilmparodie Shaun of the Dead, deren Drehbuch er – wie auch zuletzt Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis – zusammen mit Kumpel Edgar Wright verfaßte. Auch mit seinen launigen Gastauftritten wie etwa jenem in der übrigens auch sonst sehr zu empfehlenden Channel-4-Sitcom Black Books demonstrierte Pegg ein weiteres Mal eindrucksvoll sein komödiantisches Talent. Im vorliegenden Kinodebüt des Friends-Stars David Schwimmer nun steht er wieder zusammen mit Black Books-Kopf Dylan Moran vor der Kamera, der hier eine – wenn auch nicht ganz so lebens- und menschenfeindliche, so doch ähnlich anarchische – Version seines Seriencharakters Bernard Black zum Besten gibt, während Pegg den hoffnungslosen Loser Dennis mimt, dessen schwangere Verlobte Libby am Hochzeitstag plötzlich allein dasteht, weil ihr wankelmütiger Zukünftiger einer spontanen »Ich-bin-ihrer-nicht-würdig«-Panikattacke nicht Herr zu werden in der Lage war. Fünf Jahre später haust Dennis deprimiert in einer dunklen Souterrainwohnung, hat einen lausigen Job und ist mit der betrüblichen Tatsache konfrontiert, daß Libby, die er immer noch liebt, einen neuen, ernstzunehmenden Verehrer hat; den ebenso wohlhabenden wie aufgeblasenen Maklerschnösel Whit, dessen schier grenzenloses Pflichtbewußtsein die sitzengelassene (mittlerweile) junge Mutter natürlich über alle Maßen zu schätzen weiß.

So weit, so klischeebehaftet. Ärgerlich, daß Co-Autor Pegg dem ursprünglich vom Amerikaner Michael Ian Black verfaßten und in New York verorteten, erschreckend gewöhnlichen Romantic Comedy-Stoff offensichtlich nicht viel mehr hinzuzufügen wußte als die nun kopfschüttelnd zu ertragenden Albernheiten und Geschmacklosigkeiten, die David Schwimmers biederer Inszenierung anscheinend den nötigen Biß verleihen sollten. Hier fällt vor allem die auf Rocky getrimmte, leidlich inspirierte »Trainingsmontage« ins Auge, die an ausgenudelten Plattheiten reich und an Überraschungen viel zu arm ist, um wirklich amüsieren zu können. Viel zu selten versprüht der Film jenen echt britischen Humor, den man – angesichts Peggs bisherigen Outputs – durchaus hätte erwarten dürfen. Da hilft es auch nichts, daß er alle seine Mitstreiter mit seiner umwerfenden Körperkomik und seinem gewohnt erstklassigen Timing locker an die Wand spielt. Auch dessen bravouröse Leistung kann das Gesamtwerk nicht aus den Gefilden des unteren Mittelmaßes befördern, in dem es sich Run, Fatboy, Run allzu gemütlich gemacht hat. 2008-04-04 13:12
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