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Wir verstehen uns wunderbar!

Désaccord parfait. F 2006. R,B: Antoine de Caunes. K: Pierre Aim. S: Joëlle van Effenterre. M: Steve Nieve. P: Gaumont. D: Charlotte Rampling, Jean Rochefort, Isabelle Nanty u.a.
92 Min. Movienet ab 3.1.08

In Würde altern

Von Martin Thomson Für Menschen im hohen Alter gibt es im Grunde nur zwei Möglichkeiten, mit ihrem Verfall und der Aussicht auf ihren baldigen Tod umzugehen: Entweder sie werden frustrierte Greise, die den Verlust ihrer verstaubten Ideale als Ursache ihres Dämmerzustands beklagen, oder sie mutieren zu kauzigen Selbstdarstellern. Filmemacher Louis Ruinard gehört eindeutig der zweiten Personengruppe an: Mit seinem großspurigen Gestus bildet der exzentrische Lebemann einen starken Kontrast zur divenhaften Alice d’Abanville. Selbst nach 30 Jahren, die seit ihrer abrupten Trennung verstrichen sind, übersteht keine Bühne die Konsequenz ihrer Trennung, die beiden eine Vergangenheit voll unbefriedigender Affären beschert hat.

Mit Wir verstehen uns wunderbar orientiert sich Antoine de Caunes an den amerikanischen Screwball-Komödien der 1930er Jahre, die dafür bekannt waren, daß wohlhabende Menschen in einer unanstrengenden Welt aus Galen und Empfängen für munteres Chaos sorgen; für gewöhnlich waren es vornehmlich junge Menschen, die sich mit ihren humoristisch ergiebigen Gegensätzlichkeiten aneinander rieben, bei diesem Film jedoch sind es Auslaufmodelle, die nicht müde, aber dennoch sichtbar schwermütig ihre umtriebige Vergangenheit durch die Szenerie zu schultern versuchen. Jean Rochefort und Charlotte Rampling ist das Amüsement über ihre selbstironischen Darbietungen anzusehen, und das Drehbuch weiß nicht wenige, mithin auch tiefsinnige Weisheiten über das Älterwerden zum Besten zu geben, nichtsdestotrotz bleibt die Regie weitgehend uninspiriert, einzelne Handlungsfäden uninteressant und die humoristischen Situationen allzu zielstrebig um ihre mauen Pointen drapiert, daß selbst der hinreißende Charme der beiden Hauptdarsteller den Film nicht mehr davor retten kann, ein unwürdiges Ende zu finden. Vielleicht lebt es sich ja mit Todesangst leichter. 2007-12-15 14:48
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