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Halloween

Rob Zombie’s Halloween. USA 2007. R: Rob Zombie. B: John Carpenter, Debra Hill. K: Phil Parmet. S: Glenn Garland. M: Tyler Bates. P: Dimension Films, Nightfall Productions u.a. D: Malcolm McDowell, Brad Dourif, Tyler Mane, Daeg Faerch u.a.
109 Min. Senator ab 25.10.07

Der Horror

Von Dietrich Brüggemann Es ist eine Frage, ob man notwendigerweise Remakes von Filmklassikern drehen muß. Es ist eine andere Frage, ob man das Original gesehen haben muß, um ein Remake kritisieren zu dürfen. Ich hatte John Carpenters Halloween nur mal ausgeliehen und mußte ihn dann zurückgeben, daher konnte ich mich dem Genuß von Rob Zombies Halloween ganz unvoreingenommen aussetzen und werde im folgenden beide Fragen mit Nein beantworten.

Halloween erzählt bzw. erzählte die uralte Geschichte vom Bösen, das plötzlich im Guten, also im amerikanischen Suburb, auftaucht. Der Film hatte vor 30 Jahren enorme Wirkung, weil er eine Erzählhaltung, die danach zum Genre werden sollte, zum ersten mal in Reinkultur vorführte, doch darum soll es hier nicht gehen, denn wir wollen Original und Remake ja eben nicht vergleichen. Rob Zombies Halloween erzählt also von einer White-Trash-Familie mit grunzendem Vater, geprügelter Mutter und verschimmelter Küche. Daß da der Sohn erst Tiere und dann Menschen umbringt, erstaunt nicht, ist aber auch filmisch weder besonders erfreulich noch irgendwie spannend. Malcolm McDowell kommt als Kinderpsychologe dazu, und nimmt den Jungen mit in eine Anstalt, die so kahl und häßlich ist, daß ich dort auch durchdrehen würde. Der Junge hört auf zu reden, bastelt sich Masken, fällt Krankenschwestern an, ist irgendwann zwei Meter größer als zuvor und bricht dann aus, um vorhersehbare Dinge zu tun.

Horrorfilme haben zwei Elemente: Angst und Spaß, beziehungsweise den Spaß an der Angst. Rob Zombie hatte anscheinend eher Angst vor dem Spaß, sein Halloween ist von einer unangenehmen, breitärschigen Grundbrutalität, und die vielen Rumms-Bumms-Schockeffekte haben auch unglaublich lange Bärte, sind also keine Schockeffekte, sondern eher Nerveffekte. Man fühlt sich unwohl. Man will weg. Insgesamt also wirklich ein Horrorfilm. 2007-10-22 11:14

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #48.
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