Täglich grüßt der Ehemann
Von Sascha Ormanns
Zeitreisen sind ein kompliziertes Unterfangen, nach unserem bisherigen Wissensstand gar unmöglich – abgesehen von dem Faktum, daß man, wenn man mit einem Raumschiff die Erde verläßt, dabei an der Geschwindigkeit des Lichts kratzt, eine gewisse Zeit im Raum verbringt und wieder zurückkommt, daß also dann für den Reisenden weniger Zeit vergangen ist als für die Menschen auf der Erde. Kurz ausgedrückt ist man scheinbar in die Zukunft gereist. Reisen in die Vergangenheit sind nach Einsteins Relativitätstheorie jedoch unmöglich. Trotzdem gibt es natürlich immer wieder Filme, die sich mit diesem Faszinosum (häufig enttäuschend) auseinandersetzen.
In vielen Filmen nutzen die Protagonisten irgendwie geartete Zeitmaschinen.
Die Vorahnung gehört nicht dazu, hier finden die Zeitsprünge einfach so statt – wobei nicht wirklich sicher ist, ob es nun welche gab oder ob es, wie der Titel suggeriert, nur eine Vorahnung war. Zeitreisefilme an sich können durchaus unterhaltsam sein, müssen auch nicht den Gesetzen der Logik folgen, über kleine Fehler mag man durchaus hinwegsehen – wichtig jedoch ist eine eigene, in sich stimmige Theorie zu dem Ganzen. Niemand beklagt bei
Groundhog Day Logikfehler, hier genügt vor allem Bill Murray mit seiner gelangweilt-trockenen Art.
Mennan Yapos neuer Film kann jedoch weder mit tragenden Schauspielern noch mit einer eigenen Theorie aufwarten. In
Die Vorahnung wird eine Mischung aus der
Groundhog Day- und
Final Destination-Hypothese verwurstet und neu verpackt. Sandra Bullocks Figur Linda Hanson erhält hier die Nachricht, daß ihr Mann bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, der am nächsten Tag auf wundersame Weise wieder lebt. Nach und nach kommt Linda dem ganzen Wirrwarr jedoch auf die Schliche und erstellt einen Plan von den – auch für den Zuschauer – zunächst ungeordneten Zeitsprüngen.
Positiv an
Die Vorahnung sind letztlich nur Montage und Tondesign zu erwähnen, deren Zusammenspiel die durchaus düstere Atmosphäre unterstützt. Nette Übergänge sind auch zu finden, die jedoch zu schnell klarmachen, welche Stimmung die folgenden Bilder transportieren sollen. Insgesamt bleibt
Die Vorahnung unwichtig, man hat das Gefühl, diesen Film schon mal gesehen zu haben, entweder, weil man selbst durch die Zeit gereist ist oder schlichtweg, weil der Film einfach nichts Eigenes zu bieten hat. Schade, daß Zeitreisen in die Vergangenheit nicht möglich sind, könnte man ansonsten doch den Kinobesuch dieses Films vermeiden.