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Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme

I Now Pronounce You Chuck and Larry. USA 2007. R: Dennis Dugan. B: Barry Fanaro, Alexander Payne, Jim Taylor. K: Dean Semler. S: Jeff Gourson. P: Happy Madison Productions, Universal Pictures u.a. D: Adam Sandler, Kevin James, Jessica Biel u.a.
115 Min. Universal ab 27.9.07

Ein Adam Sandler-Film

Von Sascha Ormanns Was man von Adam Sandler und seinen schauspielerischen Qualitäten halten mag ist eine Sache, eine andere, daß er es vermutlich (trotzdem) schaffen wird als ein durchaus erfolgreicher (setzt man Erfolg mit Geld gleich) Schauspieler und Produzent in die Filmgeschichte einzugehen. Seit 2003 hat Sandler es geschafft, jährlich in einem Film mitzuspielen (und durch seine Firma »Happy Madison Productions« zumindest mitzuproduzieren), der mehr als 100 Millionen Dollar in die amerikanischen Kinokassen spülen konnte. Die Zeichen stehen gut, daß er es jetzt mit Chuck und Larry nach gutem Start in den Staaten wieder schafft. Die Frage nach dem »Wieso« bleibt. Warum funktioniert es, mit Filmen, die meist nur Abwandlungen ihrer selbst sind, so viel Geld umzusetzen?

Auch Chuck und Larry ist eine solche, zu deren Verstärkung sich Adam Sandler den »King of Queens« Kevin James ins Boot geholt hat. Vielleicht sind es solch strategisch und wirtschaftlich clevere Aktionen, die Sandler-Filme so erfolgreich machen. In der hier zu besprechenden weiteren Variante eines Adam Sandler-Films stehen zwei Feuerwehrmänner im Zentrum des Geschehens, die eine Scheinehe miteinander eingehen, um Steuern zu sparen. Kontrolle erfährt ihre Ehe jedoch durch den staatlichen »Eheprüfer« Clinton Fitzer, gespielt von Steve Buscemi, ebenfalls eine wiederkehrende Figur in Adam Sandler-Filmen. Warum sich Buscemi immer wieder für solche Rollen hergibt, weiß wohl nur er selbst.

Der Erfolg der Sandler-Filme läßt sich eigentlich nur dadurch begründen, daß der Durchschnittskinogänger daran Gefallen gefunden haben muß. Könnte man bei einer erfolgreichen Happy Madison-Produktion noch von einem Ausreißer, einer Ausnahme sprechen, kann man das bei mindestens vier Kassenschlagern in Folge nicht behaupten. Irgend etwas muß an den Sandler-Filmen also stimmen, und sei es nur die Sicherheit, das zu bekommen, was man erwartet hat. Keine Überraschungen. Chuck und Larry wartet mit jedem Klischee auf, das man in der Kombination aus Adam Sandler, Kevin James und dem Thema Homosexualität erwarten würde, auch Jessica Biels weibliche Hauptrolle entspricht eher einem stereotypisierten »Blödchen-Frauenbild«. Beides zusammen genommen ist nicht gerade politisch korrekt, kann man dem Film jedoch nicht vorwerfen. Daß er die (natürlich abstrusen) Charakterzeichnungen für eine der beiden Gruppen verletzend vornimmt, dafür sind diese einfach zu augenzwinkernd ironisch – und trotzdem einfach nicht komisch.

Wer Filme wie Mr. Deeds und Big Daddy als urkomisch und für einen Kinobesuch gerechtfertigt empfand, der wird auch hier seinen Spaß haben, handelt es sich doch bei Chuck und Larry um einen »würdigen« Nachfolger Für die cineastisch gebildeteren Menschen hält der Film eigentlich nur zwei Beschäftigungen parat: die Figur von Ving Rhames, die zugleich das humoristische Highlight des Films darstellt, und die Möglichkeit, sich über das Phänomen der mit eigentlich guten Schauspielern besetzten Nebenrollen zu wundern. Schlußendlich bleibt noch zu erwähnen, daß Chuck und Larry von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit einem »Prädikat wertvoll« ausgezeichnet wurde, und ein weiteres Mal stellt sich die Frage: Warum? 1970-01-01 01:00
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