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Zurück zu Dir

Return To Me. USA 2000. R,B: Bonnie Hunt. B: Don Lake. K: Laszlo Kovacs. S: Garth Craven. M: Nicholas Pike. P: JLT. D: David Duchovny, Minnie Driver, Carroll O'Connor, Robert Loggia, Bonnie Hunt, David Alan Grier, Joely Richardson u.a.
116 Min. UIP ab 15.6.00

Liebloser Liebesfilm

Von Carsten Tritt Beim Blick auf die Credits scheint Zurück zu Dir fast schon ein Autorenfilm zu sein. Denn Bonnie Hunt, Film- und TV-Aktrice aus Hollywoods zweiter Reihe und bis dato hinter der Kamera ein völlig unbeschriebenes Blatt, gibt nicht nur ihr Debüt als Regisseurin, sondern schrieb zudem das Drehbuch, spielt eine Nebenrolle und koproduzierte gleich noch den Soundtrack.

Beim Blick auf das fertige Werk selbst hingegen stellt sich nur eine Frage: Wie kann man ausgerechnet einen Liebesfilm derart lieblos abdrehen? Den uninspirierten und ganz im Sinne der Genremaschine produzierten Bildern vermag auch die ständige Unterlegung mit Frank-Sinatra- und Dean-Martin-Songs kein Leben einzuhauchen. Und aus einem ähnlichen Plot hat Oliver Stone zwar mal einen ganz ansehnlichen Horrorfilm gemacht; für eine Love Story ist er völlig ungeeignet.

Die Kurzfassung: Duchovnys Frau stirbt und dient als Organspenderin für die Driver. Duchovny und Driver verlieben sich, ohne davon zu wissen. Ein Pseudo-Konflikt entsteht, als sie die Wahrheit entdecken. Zehn Minuten später ist der Film zu Ende. Produzentin Jennie Lew Tugend erzählt im Presseheft, »casting is so important in a movie like this«, weil »romantic stories only succeed if the charisma and the chemestry of the leading players work out«. Sie hat ja völlig recht. Nur: Wie soll es zu einem vernünftigen Zusammenspiel der Hauptdarsteller kommen, wenn es fast eine Filmstunde dauert, bis die zwei sich überhaupt begegnen – und sie danach nur total verliebt Händchen halten oder Banalitäten austauschen. Mal abgesehen davon, daß Driver wohl sowieso beschlossen hat, sich ihre darstellerischen Qualitäten für andere Filme aufzubewahren und Duchovny wieder mal einen auf »Harrison Ford für Arme« macht – das Drehbuch gibt den beiden hier nur Steine statt Brot.

Die Nebendarsteller Robert Loggia und James Belushi vermögen zumindest den Verdacht zu erregen, sie hätten sich bemüht. Aber allenfalls Joely Richardson zeigt, wie man's richtig macht. Sie spielt Duchovnys erste Frau und füllt die ersten Filmminuten tatsächlich mit dem Esprit, den dieser Film aufs Ganze nötig gehabt hätte. Aber kaum kann der Zuschauer sich so richtig an ihr erfreuen, schon schlägt das große böse Drehbuch wieder zu, weil die Driver ja das Herzimplantat braucht.

Was die Welt nicht braucht, ist dieser Film; und selbst die deprimierte Hausfrau, die bereits ihre Hoffnung auf den Traumprinzen im wirklichen Leben aufgegeben hat, wird sich wohl mehr vergnügen, wenn sie beim Bügeln den Großen RTL-TV-Roman guckt. Bei dem wird auch bald Bonnie Hunt enden; vorausgesetzt, sie stellt ihren Namen weiterhin für derartige Produktionen zur Verfügung. 1970-01-01 01:00
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