— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Zero Effect

USA 1997. R,B: Jake Kasdan. K: Bill Pope. S: Tara Timpone. M: The Greyboy Allstars. D: Bill Pullman, Ben Stiller, Ryan O'Neal, Kim Dickens u.a.
112 Min. Columbia Tristar
Von Lisa Schneider Daryl Zero ist der »Godfather«. Verschanzt in seinem voll computerisierten Hochsicherheits-Appartment versucht der selbsternannte genialste Detektiv der Menschheitsgeschichte mit reichlich Koks und Amphetaminen die Zeit totzuschlagen, bis sein Dr. Watson, der »Mann für Außen« Steve (M)Arlo, den nächsten Auftrag an Land gezogen hat.

Diesmal gilt es, den Erpresser eines schwerreichen Geschäftsmannes ausfindig zu machen, der anscheinend in kriminelle Machenschaften verwickelt ist. Was nun folgt, ist eine intelligent konstruierte Kriminalgeschichte, die geschickt, aber etwas zurückhaltend die Vertreter ihres Genres zu parodieren sucht. Im exzentrisch-chaotischen Wesen Daryl Zeros und seiner eigenwilligen Vorgehensweise vereinigt sich die Coolness Philip Marlowes mit der Unberechenbarkeit Mike Hammers und dem legendären, analytischen Verstand Sherlock Holmes'.

So gelangt Mr Zero unter Anwendung des holmesschen Deduktionsverfahrens zu dem Schluß, sein Klient müsse an einer ausgewachsenen Paranoia leiden, weist er doch eindeutig mehrere Zeugnisse kleinerer Rasierunfälle im Gesicht auf. Daß Daryl selbst von paranoiden Wahnvorstellungen und chronischer Schlaflosigkeit geplagt wird, sei nur am Rande erwähnt, ebenso wie die Tatsache, daß er ohne seine rechte Hand, die ihm diesmal nicht mit der treuen Ergebenheit ihres historischen Vorgängers zu Diensten steht, wohl kaum überlebensfähig wäre.

Trotz vieler origineller Ideen habe ich dennoch das Gefühl, dem Film fehlt der Mut, seinen Willen zur Parodie konsequent durchzusetzen, so daß Zero Effect zwischen kriminalistischer Ernsthaftigkeit und dem lustvollen Spiel mit Klischees hängenbleibt. Kombiniere:
Weniger ist nicht immer mehr. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap