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Winn-Dixie – Mein zotteliger Freund

Because of Winn-Dixie. USA 2004. R: Wayne Wang. B: Joan Singleton. K: Karl Walter Lindenlaub. S: Deirdre Slevin. M: Rachel Portman. P: 20th Century Fox, Winn Productions, Walden Media. D: AnnaSophia Robb, Jeff Daniels, Cicely Tyson, Dave Matthews, Eva Marie Saint, Courtney Jines u.a.
106 Min. Fox ab 22.9.05

Mein Freund ist ein Hund

Von Frank Brenner Der bahnbrechende Erfolg der Harry-Potter-Verfilmungen hat in den vergangenen Jahren den Kinderfilm auch für Erwachsene wieder salonfähig gemacht. Verband man in der Vergangenheit mit Filmen für Kinder oft infantilen Blödsinn, trauen sich heutzutage auch wieder Erwachsene ohne Begleitung von Sprößlingen in derartige Filme. Auch bei den Filmemachern hat sich diesbezüglich die Einstellung geändert. Sandra Nettelbeck versuchte sich mit Sergeant Pepper – allerdings mit bescheidenem Erfolg – mit einem Kinderfilm, Danny Boyle hat unlängst mit Millions nachgelegt. Nun reiht sich mit Wayne Wang ein weiterer angesehener Regisseur niveauvoller moderner Filmklassiker mit Winn-Dixie im Family-Entertainment-Bereich ein.

Opal ist mit ihrem Vater, einem Prediger, wieder einmal umgezogen und muß neue Freunde finden, was gar nicht so einfach ist. Da trifft das 10jährige Mädchen in einem Supermarkt auf einen herrenlos umher streunenden Hund, den sie sofort in ihr Herz schließt und nach eben dieser Einkaufskette, Winn-Dixie, benennt. Obwohl ihr Vater zunächst dagegen ist, den Hund aufzunehmen, willigt er schließlich doch ein. Mit Winn-Dixies Hilfe gelingt es der kleinen Opal, immer mehr Bekanntschaften zu schließen und sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen.

Wangs Film basiert auf dem erfolgreichen Kinderbuch »Winn-Dixie« der amerikanischen Autorin Kate DiCamillo. Darüber hinaus kann er mit einem niedlichen Vierbeiner in der zweitwichtigsten Rolle aufwarten, was bei den halbwüchsigen Zuschauern weitere Bonuspunkte einbringen dürfte. Und trotzdem mag es ihm nicht so recht gelingen, aus der recht konventionellen Ausgangskonstellation interessante neue Ideen zu entwickeln. Immer wieder ziehen sich die Ereignisse auf unangenehme Weise in die Länge. Bei den längeren Gesprächen zwischen der kleinen Opal und ihren überwiegend erwachsenen neuen Freunden werden sich vor allem die jüngeren Kinozuschauer schnell langweilen. Ältere Kinder können mit den Unterhaltungen über Liebe, Zuneigung und Freundschaft vielleicht schon wieder etwas mehr anfangen, aber Erwachsenen bietet Winn-Dixie dann doch eher wieder etwas zu profane Unterhaltung. Insgesamt hat Wayne Wang hier also einen Nischenfilm inszeniert, der einem pubertären Publikum einige interessante Lebensweisheiten zu vermitteln versteht, den Rest der Familie aber kaum zu fesseln versteht. 1970-01-01 01:00
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