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Die wilden Kerle

D 2003. R,B: Joachim Masannek. K: Sonja Rom. S: Alex Berner. M: Gert Wilden. P: SamFilm. D: Jimi Blue Ochsenknecht, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Constantin Gastmann, Sarah Kim Gries, Rufus Beck, Cornelia Froboess u.a.
96 Min. Buena Vista ab 2.10.03

Die lahmen Kicker

Von Frank Brenner Kinder leben in einer eigenen Welt. Diese ist zwar stark von dem geprägt, was sie aus der Welt der Erwachsenen kennen, Erwachsene kommen darin aber lediglich am Rande vor: als unliebsame Bevormunder, die immer gerade das verbieten, was am meisten Spaß macht, oder als gleichwertige Freunde, wenn sie in der Welt der Erwachsenen Außenseiter sind, aber dann sind sie in den Augen der Kinder auch keine Erwachsenen mehr.

Joachim Masanneks Filmdebüt ist konsequent aus der Sicht von Kindern, den wilden Kerlen, erzählt. Damit wird es ihm sicherlich gelingen, das Zielpublikum in seinen Bann zu ziehen. Der Außenseiter der Erwachsenenwelt trainiert in Gestalt von Rufus Beck die halbwüchsige Bande, damit sie ihren Bolzplatz gegenüber den halbstarken Jugendlichen behaupten können. Die restlichen Erwachsenen sind die Verbieter, also die Eltern (von denen jedes der Kinder immer nur genau einen Teil hat, entweder Vater oder Mutter) oder die durchgeknallte Oma, die als Zugeständnis für die Eltern im Publikum mit Cornelia Froboess besetzt wurde. Die Geschichte ist dermaßen simpel gestrickt, die Konflikte bis zum unvermeidlichen Höhepunkt, dem Fußballduell, bis ins kleinste Detail und in die letzte Konsequenz durchexerziert, daß außer Conny Froboess auch nicht viel Erheiterndes übrigbleibt.

Masannek hat mit dem Film nicht nur seine erfolgreiche Kinderbuchreihe adaptiert, sondern auch die Erlebnisse einer tatsächlich existierenden Kinderfußballbande, der auch seine beiden Söhne und der Sprößling von Rufus Beck angehören, die hier zwar auch mitspielen, allerdings nicht sich selbst darstellen. Die Beschreibung der kindlichen Erfahrungswelt funktioniert, und die Kinderdarsteller werden erstaunlich gut geführt. Das Ergebnis ist dennoch enttäuschend, weil Drehbuch und Inszenierung von einer erschreckenden Konventionalität sind, die Dialoge unnatürlich und steril wirken und die Running Gags aufgesetzt und platt sind. 1970-01-01 01:00
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