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Wilde Kreaturen

Fierce Creatures. USA/GB 1997. R: Robert Young, Fred Schepisi. B: John Cleese, Iain Johnstone. K: Adrian Biddle, Ian Baker. S: Robert Gibson. M: Jerry Goldsmith. D: John Cleese, Kevin Kline, Jamie Lee Curtis, Michael Palin u.a.
93 Min. UIP ab 19.6.97
Von Christine Ongsiek Es war einmal ein britischer Komiker, der auszog, die Welt das Lachen zu lehren. Und er versuchte es so sehr, daß ihm bald selbst das Lachen verging. John Cleese, Ex-Oberhaupt von Monty Python, hatte es einfach mit seinem neuen Film, dem Nachfolger von Ein Fisch namens Wanda. Es gab Diskussionen um den Titel, unendliche Dreharbeiten und Querelen mit den Darstellern. Nur eines war klar: »It's not a sequel, but an equal«, so Cleese über den Vergleich mit Wanda.

Rollo Lee (Cleese), Direktor eines heruntergekommenen Zoos, sieht die Chance seines Lebens gekommen, als der Tierpark von dem Wirtschaftsmagnaten Rod McKain (Kevin Kline) aufgekauft wird. Um aus dem Park eine Goldgrube zu machen, soll Rollo fortan nur noch gefährliche Tiere dort halten.

Zur Unterstützung schickt McCain die kurvige Karrierefrau Willa (Jamie Lee Curtis) und seinen frustrierten Sohn Vince (nochmal Kline), der endlich aus dem Schatten des Vaters treten will. Was folgt, ist eine Aneinanderreihung von Gags, die sich jedoch nie zu einem richtigen Plot fügen. Visuelle Komik und Slapstickelemente der amerikanischen Tradition überwiegen, der typisch bissige Python-Stil ist kaum noch erkennbar. Vieles ist einfach überzogen. Vince' Idee, beispielsweise den Zoo durch geschicktes product placement in Form riesiger Werbeplakate zu bereichern, wird jedoch im Verlauf des Films so oft recycelt, daß man meinen mag, Cleese & Co. sei wirklich nichts Besseres mehr eingefallen. Am Ende schafft es Rollo, nicht nur den Zoo zu erhalten, sondern gewinnt natürlich auch die fesche Villa für sich.

Die »Wilden Kreaturen« sind komisch und unterhaltsam, der Originalität und Spritzigkeit des Wanda-Films entbehren sie jedoch völlig. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #06.
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