— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Wild Zero

J 1999. R,B: Tetsuro Takeuchi. K: Motoki Kobayashi. M: Guitar Wolf. P: GAGA Communications. D: Guitar Wolf, Bass Wolf, Drum Wolf, Masashi Endo u.a.
98 Min. REM ab 19.10.00
Von Carsten Tritt Mit Gewaltdarstellung in Filmen aufsehen zu erregen, ist inzwischen schwierig geworden. Jede erdenkliche Form von Grausamkeit wurde schon ausgiebigst gezeigt, und so ist es in jüngster Zeit wichtiger geworden, wie man ein Massaker inszeniert, denn in welcher Form das Abschlachten tatsächlich stattfindet. Japan war da schon immer weit voraus, präsentierte bereits in den 70er Jahren mit den Okami-Filmen grandios choreographierte Zerstückelungs-Orgien, während in Europa und Amerika noch äußerst stupide drauflos getötet wurde. Um so überraschender ist es, daß mit Wild Zero nun ein Film in die Kinos kommt, der sich ausschließlich an Vorbildern aus den USA und Italien orientiert. Der Reiz von Wild Zero beschränkt sich dabei im wesentlichen auf die Darstellung explodierender Köpfe und von Kannibalismus-Szenen. Es geht mal wieder um Zombies, die die Gegend unsicher machen – ausgelöst natürlich durch die traditionellen außerirdischen Mächte.

Regisseur Tetsuro Takeuchi will durch Nutzung seines nicht immer greifenden Humors Wild Zero vor allem als Hommage an seine Vorbilder gestalten. Dazu kommt eine recht platte Bildsprache und dünne visuelle Gags – etwa werden die Liebenden von eingeblendeten roten Herzen umrahmt. Aber vielleicht ist eine platte Bildsprache hier besser als gar keine, tröstet sie doch über manches filmisches Garnichts hinweg. Der Film dient in erster Linie sowieso als Vehikel für die Rock-Band »Guitar Wolf«, denen es für sie scheinbar mühelos, für den Zuschauer aber auf grausame Weise gelingt, zu beweisen, daß die Leningrad Cowboys nicht die schlechteste Band der Welt sind. Wild Zero ist empfehlenswert vor allem für »Freunde des Genres«. Dem Rest der Welt bietet er allenfalls die seltene Gelegenheit, einen »richtigen« Splatter-Film auf der großen Leinwand zu sehen – oder sich so ein Werk überhaupt einmal anzuschauen. Man sollte sich jedoch hier mit dem Besuch beeilen, denn es besteht die Gefahr, daß Wild Zero – wie viele seiner Vorbilder – als gewaltverherrlichend den Weg auf die Zensurliste der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften finden dürfte. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap