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White Noise – Schreie aus dem Jenseits

White Noise. CDN/GB 2004. R: Geoffrey Sax. B: Niall Johnson. K: Chris Seager. S: Nick Arthurs. M: Claude Foisy. P: Universal, Squareone, Gold Circle. D: Michael Keaton, Chandra West, Deborah Kara Unger, Ian McNeice u.a.
100 Min. UIP ab 24.2.05

Manchmal kommen sie wieder

Von Frank Brenner In den letzten Monaten konnte man bei übersinnlichen Thrillern im Kino einen Trend feststellen, der wieder hin zum klassischen Gruselfilm geht, bei dem mit Hilfe einer atmosphärischen Inszenierung und einer tiefergehenden Charakterisierung der Figuren die Spannung nach altbewährter Methode aufgebaut wird. Filme wie Ring, The Forgotten, Birth und The Grudge – Der Fluch gehen allesamt in diese Richtung. Zudem thematisieren alle diese Filme das, was kommt, wenn die Menschen auf dieser Erde ihren physischen Tod sterben. Treten sie über in eine andere Sphäre, von der aus sie möglicherweise auch noch Kontakt aufnehmen können mit den Lebenden, besonders, wenn sie eines gewaltsamen Todes sterben mußten?

Mit dieser Frage sieht sich auch der in White Noise – Schreie aus dem Jenseits von Michael Keaton gespielte Jonathan Rivers konfrontiert, als seine junge Frau eines Tages einen Unfall hat und nicht mehr nach Hause kommt. Noch bevor ihre Leiche gefunden wird und somit ihr Tod offiziell ist, wird Jonathan von einem Mann angesprochen, der behauptet, Jonathans Ehefrau hätte ihn aus dem Jenseits mit Hilfe des Rauschens auf leeren Videokassetten und Tonbändern zu kontaktieren versucht. Das Electronic Voice Phenomenon (EVP), wie die Tonbandstimmen auf englisch genannt werden, zieht Jonathan immer mehr in seinen Bann, bis er sogar herausfindet, daß auf diese Weise ihn Menschen zu kontaktieren versuchen, die noch nicht einmal gestorben sind, die er gar aus ihrer lebensbedrohlichen Situation noch retten kann.

Das EVP ist in den letzten zwanzig Jahren zu einem paranormalen Phänomen geworden, das immer mehr Anhänger weltweit findet und dadurch natürlich die Grenze zwischen Realität und Fiktion bei einem Film wie diesem auf spannende Weise zu untergraben versteht. Geoffrey Sax weiß diese Vorgabe stimmungsvoll zu nutzen und verbreitet ein weitgehend gelungenes Gruseln mit unscharfen Konturen im weißen Rauschen und kratzigen Stimmen auf den Magnetbändern. Ein interessanter Handlungsstrang, der hier aus Gründen der Spannung nicht näher erläutert werden soll, der Geschichte aber eine weitere lohnenswerte Komponente beschert hätte, wird leider nicht weiterverfolgt und verläuft deswegen im Sand. Auch das Ende des Films gerät ein wenig enttäuschend, aber wie schon bei The Forgotten kann dieses Manko nicht darüber hinwegtäuschen, daß man sich in den eineinhalb Stunden zuvor ganz passabel unterhalten hat. 1970-01-01 01:00
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