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White Chicks

USA 2004. R,B: Keenen Ivory Wayans. B: Shawn Wayans, Marlon Wayans, Andy McElfresh, Michael Anthony Snowden, Xavier Cook. K: Steven Bernstein. S: Jeff Gourson. M: Teddy Castellucci. P: Revolution Studios, Wayans Bros. D: Shawn Wayans, Marlon Wayans, Jaime King, Frankie Faison, Lochlyn Munro, John Heard u.a.
109 Min. Columbia ab 7.10.04

Keinen blassen Dunst

Von Frank Brenner Die Wayans-Brüder sind in den USA seit Jahren eine feste Institution. Mit Filmen wie I'm Gonna Git You Sucka oder Hip Hop Hood wurden die drei spielenden, schreibenden, produzierenden und inszenierenden Brüder zu Kultstars unter den Afroamerikanern. Ihren großen internationalen Durchbruch feierten sie dann schließlich mit den Rundum-Horrorfilmparodien Scary Movie 1+2. In der Tradition der Filme des Erfolgsgespanns Zucker-Abrahams-Zucker schossen sie in diesen unglaublichen Kassenknüllern mit Gags geradezu um sich, wobei die zahlreichen Geschmacksverunsicherungen im Feuerwerk der Einfälle durchaus zu verschmerzen waren. Bei White Chicks gab es nun keine filmischen Vorbilder mehr, die es zu schänden galt. Der Film ist einfach nur eine Komödie, und da liegt sein Problem.

Die Brüder Marcus und Kevin Copeland haben beim FBI allerlei verbockt, weswegen sie den unliebsamsten Job, der ansteht, aufgehalst bekommen. Sie sollen zwei eitle Society-Zicken eskortieren, die auf dem Weg zu einem Fashion-Event sind. Durch einen kleinen Unfall werden die millionenschweren Diven aber außer Gefecht gesetzt. Um ihre letzte Chance nicht zu vermasseln, verkleiden sich die beiden afroamerikanischen Agenten als die weißen Wilson-Mädchen und nehmen ihre Rollen auf dem Laufsteg der Eitelkeiten ein.

Der Film hat zwar sage und schreibe sechs Drehbuchautoren, aber leider nur einen einzigen Gag zu bieten: Schwarze Jungs mimen weiße Bräute. Daß die Make-up-Künstler in Hollywood so etwas problemlos hinbekommen, hat man schon in einigen Eddie-Murphy-Filmen bewundern können. So ist man dann zwar zunächst doch gespannt, wie sich die Wayans-Brüder als White Chicks schlagen werden, sehnt sich jedoch alsbald nach einer einigermaßen stimmigen Handlung oder zumindest nach einem guten Gag. Diese werden uns von Seiten der Drehbuch-Mannschaft jedoch strikt verweigert. Stattdessen gibt es mal wieder peinlichste Verdauungswitze, Transenklamauk und diffamierenden Unflat. Nichts von alledem bleibt länger als eine halbe Stunde im Gedächtnis haften. Dabei gibt es doch so elegante, humorvolle und nachhaltig wirkende Filme, die mit Geschlechtertausch und Verkleidungen spielen – die Wayans' scheinen von so etwas keinen blassen Dunst zu haben. 1970-01-01 01:00
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