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Welcome to the Jungle

The Rundown. USA 2003. R: Peter Berg. B: R.J. Stewart, James Vanderbilt. K: Tobias A. Schliessler. S: Richard Pearson. M: Harry Gregson-Williams. P: Misher Films/Strike Entertainment. D: Dwayne »The Rock« Johnson, Seann William Scott, Christopher Walken, Rosario Dawson, Ewen Bremner, Jon Gries, William Lucking u.a.
103 Min. Columbia ab 11.3.04

Mit der Gartenschere geschnitten

Von Carsten Happe Nicht erst seit Arnold Schwarzenegger seine Ambitionen auf die politische Ebene verlagerte und Sylvester Stallone als Selbstparodie in B-Pictures durchs Bild wankt, steckt der US-amerikanische Actionfilm in einer tiefen Krise. Das geneigte Publikum findet seine Befriedigung immer öfter in asiatischen Genrefilmen, und der Versuch, diese für den westlichen Markt zu adaptieren, geht leider oftmals ziemlich in die Hose. Bleibt lediglich abzuwarten, wie sich Martin Scorsese bei seinem geplanten Infernal Affairs-Remake aus der Affäre ziehen wird.

Die Versuche, neue Actionstars zu etablieren, scheiterten bislang nicht zuletzt am fehlenden Charisma der aufgepumpten Jungs – auch der ehemalige Wrestler Dwayne Johnson alias The Rock macht hierbei in Welcome to the Jungle keine Ausnahme, selbst wenn ihm Schwarzenegger himself in einem augenzwinkernden Kurzauftritt den symbolischen Staffelstab weiterreicht. The Rock stapft breitbeinig und mit reduzierter Mimik durch einen abgestandenen Söldner-Plot, der direkt aus dem hintersten Regal einer Dorfvideothek entnommen scheint. Ein paar gängige Adventure-Motive draufgepappt, den Comic Sidekick integriert – fertig ist der Instant-Actionschrott, bei dem selbst die Beteiligung des geschätzten Christopher Walken kaum vieler Worte bedarf, er schien das Geld zu brauchen.

Welcome to the Jungle ist allerdings das anschauliche Beispiel, wie Marketingabteilungen heutzutage solche Filme formen; trotz himmelschreiender und ideologisch mehr als fragwürdiger Brutalität gibt es kaum einen Tropfen Blut zu sehen – für das amerikanische Publikum demnach weit weniger gefährlich als Janet Jacksons »Nipplegate« und selbst 13jährigen offenbar problemlos zuzumuten. Die Teenies bekommen mit Seann William »Stifler« Scott obendrein einen ihrer pubertären Helden präsentiert, der auch hier auf gewohntem American Pie-Niveau herumwitzeln darf. Daß der Film letztlich allenfalls unfreiwillig komisch und zudem mit der Gartenschere geschnitten scheint, fällt kaum mehr ins Gewicht. Mission erfüllt, zwei Stunden Lebenszeit versenkt. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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