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Wedding Date

The Wedding Date. USA 2005. R: Clare Kilner. B: Dana Fox. K: Oliver Curtis. S: Mary Finlay. M: Blake Neely. P: Gold Circle. D: Dermot Mulroney, Debra Messin, Holland Taylor, Jack Davenport u.a.
90 Min. Universum ab 27.10.05

Pretty Woman vice versa

Von Maike Damm Schauplatz dieser heiter-hektischen Romanze ist ein mehrtägiges Hochzeitsspektakel im altehrwürdigen London. Hauptfigur Kat reist in brautjüngferlichem Dienste aus dem fernen New York an, um ihrer Halbschwester Amy den Weg zum Traualtar mit Blütenblättern zu ebnen. Um ihren Ex bei dieser Gelegenheit zurückzuerobern, setzt sie auf die altbekannte Wunderwaffe Eifersucht und bucht sich kurzerhand eine männliche Begleitung in den Gelben Seiten, die sich als echte Glücksbestellung entpuppt.

Wie die erste Minute des Films den Handlungsstrang desselben bis zur Schlußsequenz vorwegnimmt, so geschieht dies ebenso ohne Scheu und Reue in dieser Rezension, denn ganz klar: Clare Kilner und Dana Fox bemühen sich nicht, ihre Geschichte auch nur mit der kleinsten Brise Spannung, Action oder Überraschung zu würzen.

Statt dessen greifen sie auf die klassische Hochzeitskomödien-Kulisse zurück (bereits bekannt aus Wedding Planner, Wedding Crashers, Vier Hochzeiten und ein Todesfall etc.) und beleben einen althergebrachten Umschlagplatz für Gefühle, Geständnisse, Sehnsüchte und Eitelkeiten mit einem Geschichtchen à la Pretty Woman – nur eben umgekehrt und etwas abgemildert: Die Rolle der Julia Roberts übernimmt Dermot Mulroney, der durch die sympathische Zurückhaltung eines Brad Pitt als Joe Black und gleichzeitig durch den Charme eines Richard Gere als Offizier und Gentleman nicht als Callboy zu entlarven ist und sowohl Hochzeitsgäste als auch Publikum zu umgarnen vermag.

Um allerdings einen perfekten »Pretty Man« abzugeben, dafür fehlt diesem Charakter der nötige Witz und die amüsante Unbeholfenheit, die eine Julia Roberts einst locker aus dem Ärmel zu schütteln vermochte. Deshalb wurde ihm wohl die aus der TV-Sitcom Will and Grace bekannte Debra Messin an die Seite gestellt, die in jedem Augenaufschlag, jeder Bemerkung und Reaktion den Humor und die Tolpatschigkeit trägt, die ein »Rundum-Pretty-(Wo-)Man-Unterhaltungspaket« seinen Abonnenten bieten sollte.

Während der 90 Minuten sind die Gedanken schneller als der Film, und der Titel bleibt Programm: Wedding wird Date, Witz trifft Charme und Single küßt Callboy, um letzten Endes wieder bei der Wedding anzugelangen. Der Kreis schließt sich, und wieder einmal wäre bewiesen: Hochzeiten und nett drum herum drapierte Geschichten unterhalten, amüsieren und rühren. Aber nichts daran überrascht. 1970-01-01 01:00

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