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Waterboy

The Waterboy. USA 1999. R: Frank Coraci. K: Steven Bernstein. S: Tom Lewis. M: Michael Dilbeck, Brooks Arthur. D: Adam Sandler, Kathy Bates, Henry Winkler, Fairuza Balk u.a.
90 Min. Buena Vista ab 15.4.99
Von Christine Ehret Mit dem US-Erfolg Happy Gilmore demonstrierten Adam Sandler und sein alter Highschool-Kollege Tim Herlihy als spitzfedriges Drehbuchautorenteam bereits ihren durch anarchischen Witz gekennzeichneten Hang zum Sport. War es 1996 die High-Society-Ertüchtigung Golf, die bissig-böse Schlagseiten erhielt, begehen sie in Waterboy das Sakrileg der »Football-Verballhornung«.

Dabei beweist Adam Sandler in der Rolle des zum Football-Star aufsteigenden Waterboys Bobby Boucher sein Talent, mitleiderregende Einfältigkeit und herzerwärmende Liebenswürdigkeit so zu verbinden, daß er zwar doofer als Tom Hanks in Forrest Gump erscheint, dabei aber einiges mehr an Wahrhaftigkeit besitzt als etwa Jim Carreys grell überzogener Ace Ventura. Die kindlicher Wahrnehmung ähnelnde simple Logik, mit der einfach strukturierte Figuren ihr Leben bewerkstelligen, entspricht einer Komödien-Rezeptur, die in den letzten Jahren besonders erfolgreich war und den Wunsch des Publikums erkennbar macht, wenigstens für ein paar Stunden der immer komplizierter werdenden Realität zu entfliehen. In der bösen weiten Welt – sprich: auf dem Footballfeld – ist Bobby in seiner Funktion als »Trinkwasserzubereiter« dem Gespött der arroganten Spieler ausgeliefert. Bis zu dem Tag, an dem er seine ganze aufgestaute Wut zusammennimmt, und alle – im wahrsten Sinne des Wortes – umhaut. Womit er zum gefeierten Angriffs-Spieler aufsteigt und das amerikanische »Tellerwäscher-Syndrom« in selbstironischster Forrest Gump-Manier ad absurdum führt. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #14.
© 2012, Schnitt Online

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