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Voll verheiratet

Just Married. USA 2003. R: Shawn Levy. B: Sam Harper. K: Jonathan Brown. S: Scott Hill, Don Zimmerman. M: Christophe Beck. P: Fox. D: Ashton Kutcher, Brittany Murphy, Christian Kane, David Moscow, David Rasche, Raymond J. Barry, George Gaynes u.a.
95 Min. Fox ab 3.4.03

Flitter-Fiasko

Von Frank Brenner Eine ebenso vorhersehbare wie unkomische und im höchsten Maße überflüssige Komödie um ein jung verheiratetes Paar, dessen Eheglück schon in den Flitterwochen seinem Ende entgegenzusegeln scheint. Daß das Deckelchen nicht so recht auf das Töpfchen passen will, haben die millionenschweren Eltern schon erkannt, als ihre Tochter den sportbegeisterten und ansonsten weder reichen noch kultivierten Tom als ihren Zukünftigen vorstellt. Kleine Geheimnisse belasten schon bald das Zusammenleben, und bei den Flitterwochen im alten Europa folgt ein Desaster auf das nächste.

Wie schon vor knapp 20 Jahren bei National Lampoon's European Vacation mit Chevy Chase wird auch hier so ziemlich jedes Klischee bedient, das einem zu Franzosen und Italienern so einfallen mag. Der Humor ist, Farrelly sei Dank, Anfang des 21. Jahrhunderts von Fäkal- und Verdauungsscherzen durchsetzt. Shawn Levys Film versucht sich eher halbherzig an diesem Trend und bewegt sich ansonsten auf Pfaden, die die Three Stooges in den 30er Jahren in den Erfolg führten: physische Komik, die beim Zuschauen schon wehtun soll. Auch Jackass – The Movie kann davon ein Liedchen singen. Doch Sam Harpers Drehbuch begeht den fatalen Fehler, auf herzhaft zwischen den beiden Liebenden absichtlich oder unabsichtlich ausgetauschte Kopfnüsse (mit dem Football, dem Aschenbecher, dem Türrahmen etc.) schrecklich sentimentale Szenen folgen zu lassen, die jeglicher Komik entbehren.

Die Zielgruppe der Jugendlichen, die auf respektlosen Klamauk stehen, wird sich hier zu Tode langweilen – Romantiker hingegen sollten Voll verheiratet ebenfalls meiden, weil die albernen Schlagabtäusche, die dem Publikum schon in den ersten Minuten vorgeführt werden, noch vor Ende der Anfangscredits zu langweilen beginnen, weil ihnen jegliche Originalität fehlt. Schade ist es im Grunde nur um die beiden sympathischen Hauptdarsteller, deren Karrieren mit diesem Fiasko schon zu Beginn bereits der Todesstoß versetzt wurde. 1970-01-01 01:00
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