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Van Helsing

USA 2004. R,B: Stephen Sommers. K: Allen Daviau. S: Bob Ducsay, Kelly Matsumoto. M: Alan Silvestri. P: The Sommer Company. D: Hugh Jackman, Kate Beckinsale, Richard Roxburgh, David Wenham, Robbie Coltrane u.a.
UIP ab 7.5.04

Der reinste Horror

Von Sascha Seiler Die Grenze zwischen Hochglanz-Action und Trash mag ja sehr schmal sein und die ironische Vorliebe zur Ästhetik eines B- oder C-Movies in letzter Zeit äußerst beliebt. Universal geht mit Van Helsing jedenfalls das Wagnis einer referentiellen Promotion ein, in dieser bewußt offensichtlichen Art und Weise bisher einzigartig in der Filmgeschichte. Regisseur Stephen Sommers stand nämlich sehr viel Geld zur Verfügung, um die zugegebenermaßen packende Action-Ästhetik seiner beiden Mumien-Filme nun auch auf Van Helsing zu transferieren. Gleichzeitig schien er aber die Vorgabe zu haben, viele offensichtliche Referenzen auf die legendären B-Monster-Filme vergangener Schwarzweiß-Tage einfließen zu lassen. Also drehte Sommers die ersten paar Minuten seines Films in Schwarzweiß und rekonstruierte die Jagd auf Frankensteins Monster, wenn auch technisch tausendfach aufwendiger, aus den alten Vorbildern.

Das ist dann auch das Beste, was Van Helsing zu bieten hat, denn der ironische Wink auf die allzu naiven Vorbilder mag und mag nicht gelingen. Vielmehr glaubt man, es in diesem Film mit einem Best-Of der Beschränktheit Hollywoods zu tun zu haben: das wahrscheinlich schlimmste Drehbuch, das jemals geschrieben wurde – die Dialoge erreichen bei weitem nicht das Niveau einer durchschnittlichen Vorabendsoap (und das soll keine blöde Floskel sein, sondern entspricht schlichtweg den Tatsachen) und die Geschichte ist so bescheuert, daß jeder Trash-Produzent der 40er Jahre sie wegen Niveaulosigkeit abgelehnt hätte. Die schauspielerische Leistung von Hugh Jackman ist so mies, daß selbst Steven Seagal Magenkrämpfe bekommen würde und die Schlußsequenz nur noch eine einzige Frechheit.

Gleichzeitig vermarktet Universal (sogar im Presseheft) die alten Monsterfilme als DVD-Edition, an der sich Sommers wohl orientieren sollte. Blöd für die DVDs, denn wenn der jugendliche Zuschauer diesen grausligen Film sieht, hat er bestimmt kein Interesse, sich diese Katastrophe auch noch ins heimische Wohnzimmer zu holen.

Dieser Film verdient es einfach nicht, daß man über ihn schreibt, ohne die derbsten Platitüden der Filmkritik zu verwenden, weil er zu den übelsten Werken der Filmgeschichte gehört. Leider, möchte man meinen, denn die Effekte sind natürlich atemberaubend, aber, wer hätte das gedacht, man wird stets aus jeglicher Spannung gerissen, sobald auch nur ein Dialogsatz fällt, ein Schauspieler es wagt, eine Mine zu verziehen, oder gar die »Handlung« zwangsweise weitergesponnen wird. Eine Zumutung für den Zuschauer. 1970-01-01 01:00
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