— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Unter Brüdern

No Way Home. USA/GB 1996. R,B: Buddy Giovinazzo. K: Claudia Raschke. S: Stan Warnow. D: Tim Roth, Deborah Kara Unger, James Russo u.a.
95 Min. TiMe ab 23.1.97
Von Nikolaj Nikitin Inzwischen gibt es wenige Regisseure, die sich den Luxus leisten, nur einmal pro Dekade einen Film zu drehen. Natürlich ist die Zeitspanne keine Garantie für Erfolg. Buddy Giovinazzos zweiter Film Unter Brüdern (Debüt 1985 mit Combat Shock) profitiert sichtlich davon, daß sein Macher nicht vom Fließband produziert. Da die Geschichte schlicht gestrickt ist, hätte eine weniger sensible Regieführung den Film zerstört.

Joey (Tim Roth) saß für seinen Bruder Tommy sechs Jahre im Gefängnis. (Roth gegenüber entwickelt sich langsam jene Aggression, die ich bei Darstellern verspüre, die inzwischen zu oft auf der Leinwand zu sehen sind – ja, ich meine das Steve »ich spiele in allem mit« Buscemi-Syndrom). In No Way Home ist diese Gefahr in keinem Augenblick gegeben. Noch nie sah ich den Mimen eine Rolle derart behutsam spielen. Aus dem Knast entlassen, sucht Joey bei seinem Bruder (James Russo) Unterkunft. Der ist inzwischen mit Lorrain (gespielt mit lasziver Schönheit von Deborah Unger) verheiratet. Diese ist anfangs nicht gerade erfreut von dem Einzug. Nach kurzer Zeit gewöhnt Lorrain sich an Joey und findet sogar Gefallen an ihm. Tommy fabriziert in der Zwischenzeit nichts als Ärger mit den ansässigen Kleinganoven. Alles läuft auf ein grandioses Finale hinaus.

Buddy Giovinazzo ist mit Unter Brüdern ein äußerst stimmiger, intensiver und bedrückender Film gelungen. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap