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Die Unsichtbare Falle

The Spanish Prisoner. USA 1997. R,B: David Mamet. K: Gabriel Beristain. M: Carter Burwell. S: Barbara Tulliver. D: Campbell Scott, Rebecca Pidgeon, Steve Martin, Ben Gazzara u.a.
112 Min. Arthaus ab 22.10.98
Von Ralf Möller Ein »Spanish Prisoner« sei der älteste Trick, jemanden hereinzulegen, erzählt ein FBI-Agent etwa zur Hälfte des Film unserem Helden wider Willen Joe Ross. Dieser weiß zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr, wem er überhaupt noch trauen kann und wem nicht. Selbst der FBI-Agent entpuppt sich wenig später als unecht.

Man fühlt sich schnell an David Mamets Debüt, den grandiosen Zockerfilm House of Games, erinnert. In Die unsichtbare Falle, seinem neuesten Werk, geht es wieder um Vertrauen und die Kunst der Lüge. Diesmal ist es jedoch nicht das Milieu spielender Kleinganoven, sondern die Welt der Wirtschaft. Mamet, der im Moment wahrscheinlich beste Drehbuchautor Amerikas, entwickelt geschickt ein Spiel der Täuschung um seine Hauptfigur Joe Ross.

In diesem clever konstruierten Labyrinth aus Illusion, Manipulation und Täuschung verlieren Ross und mit ihm der Zuschauer schnell den Halt und das Vertrauen in den Menschen. Ein wenig erinnert das Ganze auch an David Finchers The Game, wo ein selbstsicherer Michael Douglas langsam aber sicher im Strudel der Täuschung untergeht. Doch bei Mamet ist es kein Spiel. Hier geht es um Geld und Macht, denn alle versuchen, Joes revolutionäre Erfindung abzujagen. Dabei ist die Lüge die beste Waffe und Mamet in seinem Element, denn der Dialog ist seine Stärke. Mit ihm kann er auch Schwächen in der Inszenierung brillant kaschieren. Wie immer funktioniert bei ihm das Wort perfekt. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #12.
© 2012, Schnitt Online

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