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Undercover – In Too Deep

USA 1999. R: Michael Rymer. K: Ellery Ryan. S: Dany Cooper. M: Christopher Young. P: Suntaur. D: Omar Epps, LL Cool J, Stanley Tucci, Nia Long, Hill Harper, Pam Grier u.a.
95 Min. Kinowelt ab 6.1.00
Von Antje Krumm Ein verdeckter Ermittler lebt in einem Zustand permanenter Schizophrenie. Um sich dem Verbrecher in Kleidung, Sprache und Bewegungen bis hin zum Denken, Fühlen und Handeln anzugleichen, muß er sich tiefer in den Verbrecher einfühlen als jeder Profiler-Kollege. Um genau diese totale Annäherung mit dem Ziel des Verrats geht es in Undercover.

Detective Jeff Cole taucht, als Dealer getarnt, langsam immer tiefer in die Crack-Szene ein. Bald kann er den Respekt und auch das Vertrauen von »God«; gewinnen, dem Kopf des Handels in Cincinatti. Die neue Identität als Gangster scheint Jeffs Persönlichkeit bald massiv zu verändern und seinen Auftrag zu bedrohen…

Die Welt der Crack-Dealer, vom australischen Regisseur Rymer (Angel Baby) in harte, düstere Bilder gebannt, übt nicht nur auf Cop Jeff ihren Sog aus, auch der Zuschauer wird in den kriminellen Kosmos hineingezogen. Unterstützt von einem coolen Soundtrack und perfekter Ausstattung entfaltet sich eine beeindruckende Bildwelt, deren Wirkung leider von der allzu verschachtelten Erzählstruktur gestört wird. Abgesehen von einigen überflüssigen Schlenkern in der Handlung sind es die Zeitsprünge, die den hypnotischen Fluß brechen und der Geschichte letztlich die Spannung nehmen, da der gute Ausgang des Ganzen direkt am Anfang miterzählt wird.

Daß Undercover trotzdem nicht ganz unspannend geraten ist, liegt neben der eindrucksvollen Bebilderung an den Darstellern, allen voran Stanley Tucci, dessen Auftritte als Jeffs besorgter Vorgesetzter Glanzpunkte setzen. Neben Pam Grier in einer winzigen Rolle gibt es ein erfreuliches Wiedersehen mit dem »amerikanischen Neffen« Hill Harper, der seinem Kabinett der Wandlungen als blondgefärbter Kleinkrimineller eine weitere Facette hinzufügt. Beachtlich ist auch LL Cool Js Verkörperung des skrupellosen Gangsterbosses, der seine Opfer verachtet, Verräter grausam foltert und auch seinem kleinen Sohn nicht gerade ein gutes Vorbild ist.

An der Last der Hauptrolle hat Newcomer Omar Epps allerdings ziemlich schwer zu tragen. Überzeugend gelingt ihm die physische Verwandlung vom ehrlichen Polizisten zum harten Jungen, doch den emotionalen Konflikt des Undercover-Cops zwischen Vertrauen und Verrat kann er nicht vermitteln. An die psychologische Tiefe eines Donnie Brasco reicht Undercover bei weitem nicht heran. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #17.
© 2012, Schnitt Online

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