…und dann kam Polly

Along Came Polly. USA 2004. R,B: John Hamburg. K: Seamus McGarvey. S: William Kerr, Nick Moore. M: Theodore Shapiro. P: Jersey Films. D: Ben Stiller, Jennifer Aniston, Philip Seymour Hoffman, Alec Baldwin, Hank Azaria u.a.
90 Min. UIP ab 4.3.04

There’s Something About Ben Stiller

Von Daniel Albers Nein, dieser Film ist nicht die Fortsetzung von Ben Stillers Durchbruch als neuer Superstar der Comedy, There's Something About Mary. Obwohl der Verdacht sehr nahe liegt, da die Reminiszenzen an den wohl bekanntesten Film, der jemals eine gewisse Körperflüssigkeit großformatig in Szene gesetzt hat, doch zu offensichtlich und sicherlich auch nicht unbeabsichtigt sind.

Risikoberater Reuben Feffer, auch im Privatleben Sicherheits- und Planungsfanatiker, heiratet endlich seine große Liebe Lisa und freut sich auf ein risikoloses Eheleben in geregelten Bahnen. Auf der Hochzeitsreise jedoch erweist sich Lisa als nicht ganz so treu wie kalkuliert, als sie relativ umstandslos die körperlichen Qualitäten ihres französischen Tauchlehrers Claude (großartig: The Simpsons-Universal-Guest-Voice Hank Azaria) näher kennenzulernen sich überreden läßt.

Geringfügig desillusioniert findet er auf einer Party, zu der ihn aus Mitleid sein alter Freund, der abgehalfterte Schauspieler Sandy, mitnimmt, Gefallen an der Kellnerin Polly, ihres Zeichens eine ehemalige Mitschülerin Reubens und durch und durch sein charakterlich genaues Gegenteil: offenherzig, chaotisch, spontan und alles andere als auf Sicherheit bedacht. Und so nimmt die genretypische Fließbandstory ihren ach so vorhersehbaren Lauf…

Aber welches Genre liegt hier überhaupt vor? Sagen wir, das Ben Stiller-Genre. Denn was Leslie Nielsen für die US-amerikanische Filmkomödie der letzten Dekade war, das ist der kleine New Yorker für die aktuelle. Spätestens mit There's Something About Mary aus dem Jahr 1998 übernahm er das Zepter unter der Regie der Farrelly-Brüder von seinem Kollegen, der damals schon längst auf dem Weg war, sich bis zum Erbrechen immer wieder selbst zu kopieren und seine Comedy-Massenware irgendwann nur noch direkt in die Videotheken zu rülpsen.

Man möchte Stiller wünschen, sich dasselbe Schicksal doch besser zu ersparen, indem er diesen Film – der unter der Regie und nach dem Drehbuch des Autors des noch wesentlich gelungenerem Meet The Parents, John Hamburg, entstanden ist – als (wenn auch unwürdigen) Abschluß eines mit »Mary« begonnenen »Zyklus« (aus dem Edward Nortons Keeping The Faith übrigens sehr angenehm heraussticht) stehen zu lassen. Denn auch noch so prominente Besetzungen – wie in diesem Fall Jennifer Aniston, Philip Seymour Hoffman und Alec Baldwin – reichen augenscheinlich nicht aus, um Jahr für Jahr immergleiche Komödien mit einem überaus körperlichen Humor aus der Masse zu heben bzw. qualitativ von x-beliebigen Pubertätskomödien à la American Pie, Teile 1-25, abzugrenzen. 1970-01-01 01:00

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