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Unbreakable

Unbreakable. USA 2000. R,B: M. Night Shyamalan. K: Eduardo Serra. S: Dylan Tichenor. M: James Newton Howard. P: Touchstone. D: Bruce Willis, Samuel L. Jackson, Robin Wright Penn, Spencer Treat Clark, Charlayne Woodard, James Handy, Elizabeth Lawrence u.a.
107 Min. Buena Vista ab 28.12.00

Schritt zurück nach vorn

Von Frank Brenner M. Night Shyamalans The Sixth Sense schaffte es im vergangenen Jahr innerhalb kürzester Zeit vom Geheimtip zum Blockbuster – und der damals 29jährige Regisseur qualifizierte sich damit als eine der großen Hoffnungen fürs Hollywoodkino. Nun ist Shyamalan mit Unbreakable zurück, und wieder hat er die Hauptrolle Bruce Willis übertragen, der kaum mehr aus den Kinosälen zu verschwinden scheint und in der letzten Zeit ungewöhnlich häufig an der Seite minderjähriger Knirpse agieren mußte.

Der Trailer dieses Films weckt große Erwartungen beim Zuschauer – schließlich soll es hier um ein Zugunglück gehen, das Willis als Einziger überlebt, noch dazu ohne einen einzigen Kratzer. Die atmosphärische Dichte und mysteriöse Spannung, die in diesen wenigen Sekunden erzeugt wird, erinnert stark an The Sixth Sense und macht Lust auf mehr. Der Film selbst kann diese Erwartungen jedoch kaum einlösen und bleibt auf weite Strecken erstaunlicherweise gähnend langweilig. Das mag zum einen an einer handwerklichen Einfallslosigkeit liegen, die man mit etwas gutem Willen auch als routinierte Professionalität bezeichnen könnte. Shyamalan macht die Starrheit des Geschehens zum Stilprinzip und stellt damit die Konzentrationsfähigkeit seiner Zuschauer auf eine harte Probe. Sein Kameramann Eduardo Serra löst die Unbeweglichkeit, die in so mancher Dialogszene angelegt ist, auf, indem er die Kamera selbst in Bewegung hält und somit einige ungewöhnliche Perspektiven kreiert. Leider erschöpft sich auch dieses Stilmittel relativ schnell und wird in endlosen Wiederholungen nur noch variiert.

Das Hauptmanko von Unbreakable ist jedoch sein äußerst schwaches Drehbuch. Der gelungenste Aufbau einer stimmigen Gruselatmosphäre nützt nichts, wenn diese nicht eine packende Geschichte transportiert. Die Story dieses Films und der dahinterstehende Sinn werden nie klar. Genau wie in seinem Vorgängerfilm versucht Shyamalan auch hier, dem Zuschauer gegen Ende einen Knaller zu liefern. Was bei The Sixth Sense noch funktionierte, geht hier nach hinten los: Die Auflösung ist genauso abstrus wie unverständlich, genauso ärgerlich wie uninteressant. Meint man eben noch eine Botschaft entdeckt zu haben, wird diese in der nächsten Szene gleich wieder ad absurdum geführt.

Darstellerisch wird auch nicht viel geboten. Bruce Willis wiederholt mit schlafwandlerischer Sicherheit seine mysteriöse Figur auf Identitätssuche, die er uns bereits bei The Sixth Sense präsentierte. Samuel L. Jackson, der ebenfalls einen Film nach dem anderen dreht, fügt seinem Œuvre hier einen weiteren sperrig-spleenigen Charakter hinzu, aus dem man nicht so recht schlau wird.

Bleibt die Frage, was Shyamalan bei diesem Film vorschwebte. Wollte er nur schnell an den Kassenerfolg seines Vorgängerfilms anknüpfen? Zahlreiche Parallelen legen die Vermutung nahe. Oder wollte er dem Mythos der Comic-Helden auf ähnliche Weise wie X-Men einen gebrochenen Charakter hinzufügen und die allseits beliebte philosophische Frage nach dem Sinn des Lebens erneut aufwerfen? Wie dem auch sei, mit Unbreakable hat Shyamalan jedenfalls einen deutlichen Schritt zurück gemacht. 1970-01-01 01:00
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