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Tsatsiki – Tintenfische und erste Küsse

Tsatsiki, morsan och polisen. S/NOR/DK 1999. R: Ella Lemhagen. B: Ulf Stark. K: Anders Bohman. S: Bernhard Winkler. M: Popsicle. P: Felicia Film AB. D: Samuel Haus, Alexandra Rapaport, Jakob Erickson, Jonas Karlsson u.a.
91 Min. Arsenal ab 21.9.00
Von Lisa Schneider Kinderfilme thematisieren auf irgend eine Weise immer die Beziehung der Kinder zur Erwachsenenwelt. Gute Kinderfilme verraten dabei aber auch den älteren Zuschauern noch etwas über sich selbst, weil sie sensibler machen gegen die eigene Person. Schließlich erinnert der Blick durch Kinderaugen wieder an die Unerklärlichkeit der Welt, die man manchmal zu vergessen geneigt ist. Aus diesem Grund gehört auch Tsatsiki zu den guten Kinderfilmen, die nicht davon leben, die Welt einfacher darzustellen als sie ist.

Tsatsiki wird ein kleiner Junge genannt, der seine Existenz der griechischen Urlaubsbekanntschaft seiner alleinerziehenden Mutter verdankt. Seinen Vater möchte er aber dennoch gerne kennenlernen und vielleicht auch seine Mutter besser verstehen können, die mit ihren wechselnden Liebhabern für ein anstrengendes Familienleben sorgt. Die Sehnsucht ihres Sohnes nach einem Vater nimmt diese nämlich nicht ganz ernst. Auch dann nicht, als Tsatsiki eines Tages von der Polizei nach Hause gebracht wird, weil er sich mit riskanten Tauchübungen auf einen erhofften Griechenlandbesuch vorbereitet.

Eigentlich ist Tsatsiki kein Film über Kinder, sondern vor allem über Erwachsene. Seinen pädagogischen Auftrag erfüllt er nur insofern, als daß er den Kindern vor Augen führt, daß nicht einmal die Erwachsenen ihr Leben völlig im Griff haben: Kinder können die Erwachsenen nicht verstehen, weil diese sich selbst nicht verstehen. Und natürlich nimmt Tsatsiki Abstand vom verklärten Ideal einer Bilderbuchfamilie, das ohnehin nur die wenigsten erfüllen können. Hier wird die Welt nicht zum Teletubbyland. Statt dessen zeigt dieser besondere Kinderfilm das Leben sowohl als beängstigendes als auch fröhliches Chaos. 1970-01-01 01:00
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