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Tödliches Vertrauen

Domestic Disturbance. USA 2001. R: Harold Becker. B: Lewis Colick, William S. Comanor, Gary Drucker. K: Michael Seresin. S: Peter Honess. M: Mark Mancina. P: De Line Pictures, Jonathan D. Krane. D: John Travolta, Vince Vaughn, Teri Polo, Matt O'Leary, Steve Buscemi u.a.
89 Min. UIP ab 14.02.02
Von Holger Liepelt Es gibt Filme, bei denen man sich fragt, warum sie entstanden sind. Man versucht, sich die Beweggründe vorzustellen, die die Verantwortlichen haben sagen lassen: »Wir machen diesen Film«. Tödliches Vertrauen ist ein Film, der ratlos macht, denn man vermag diese Gründe nicht nachzuvollziehen. Es kann nicht das Drehbuch gewesen sein, denn das ist altbacken, spannungsarm, vorhersehbar, einfach langweilig. Es kann nicht der Wille des Regisseurs gewesen sein, sich beweisen zu wollen, denn daß eine Regisseurspersönlichkeit gewirkt hat, ist in der Inszenierung nicht zu erkennen. Es können auch nicht die Schauspieler gewesen sein, die gerne mal was gemeinsam drehen wollten, denn die agieren so lustlos, daß einem die eigene auf sein Popcorn vergeht.

Es bleibt die Möglichkeit, daß die Produzenten versucht haben, auch die allerkleinste Originalität zu vermeiden, um es dann Risikominimierung zu nennen. Das Rezept ist schon ziemlich oft verwendet worden: ein paar Stars, ein Kind, eine hanebüchene Story, ein simples Gut-Böse-Schema und zum Schluß sind die Bösen tot, die Familie beieinander und alle glücklich. Bis dahin sieht man, wie Travoltas Ex-Frau einen neuen Mann heiraten will. Der Stiefvater gefällt ihrem Sohn nicht, der aus der Ehe mit Travolta stammt. Natürlich ist der Neue zu perfekt, um wahr zu sein, was natürlich der Junge herausfindet, der ihn bei einem Mord beobachtet, Und natürlich glaubt ihm keiner, weil er eine Vergangenheit als Lügner hat. Nur seinen echten Daddy hat er noch nie angelogen, so daß der sich aufmacht, seinen Sohn und seine Ex zu retten.

Und so uninteressant, wie das klingt, ist es auch – siehe oben. Dieses Rezept für den »garantierten Erfolg« hat so manchem Studio schon Magengrimmen bereitet, weil das Publikum nicht mehr alles mitmacht. Im Falle von Tödliches Vertrauen kann man wohl nicht von einem Flop reden, denn der Film hat in den USA bereits über 40 Millionen Dollar eingespielt. Man möchte hoffen, daß er wenigstens in Deutschland seine Prognosen nicht erfüllt – aber ob das die Produzenten nachdenklich machen würde ?

Eher bekommt Steve Buscemi eine Rolle als Liebhaber in einem Film von Nora Ephron. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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