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Tin Cup

USA 1996. R,B: Ron Shelton. B: John Norville. K: Russell Boyd. S: Kimberly Ray, Paul Seydor. D: Kevin Costner, Rene Russo, Cheech Marin, Don Johnson u.a.
133 Min. Warner Bros ab 10.10.96
Von Ralf Möller Salome. Eine kleine Stadt in West-Texas. Auf einer driving range übt Roy »Tin Cup« McAvoy (Kevin Costner) Golfschläge. Er ist ein gambler, ein Spieler, der niemals den sicheren Schlag spielt, sondern immer das Außergewöhnliche sucht. Deshalb ist er – trotz seines Talents – keiner der Stars der PGA-Tour, sondern der club pro in der Einöde des lone star states. Zumeist haben er und sein Freund Romeo (Cheech Marin) nicht viel zu tun, und man vertreibt sich mit ein paar Bier und merkwürdigen Wetten die Zeit.

Doch dann taucht sie auf: Dr. Molly Griswold (Rene Russo). Die attraktive Psychiaterin will die Kunst des richtigen Schwungs erlernen, und Roy hat sofort ein Auge auf ihre langen Beinen geworfen. Fräulein Doktor ist jedoch mit David Simms (Don Johnson) liiert. Der arrogante Sunnyboy war zu College-Zeiten Roys ärgster Rivale und ist nun einer der Stars der Tour. Er geht immer den sicheren Weg, scheut das Risiko und, so sagt Roy, haßt alte Leute, Kinder und Hunde, was ihn schon fast wieder sympathisch macht. Um das Herz der hübschen Seelenklempnerin zu gewinnen, will Roy beweisen, daß er kein loser ist. Bei den US Open kommt es zum Showdown zwischen den Rivalen, der anders endet, als man es erwartet.

Nach dem etwas sperrigen Cobb hat Regisseur Ron Shelton mit Tin Cup eine wunderbar leichte Sportkomödie abgeliefert, die sich nahtlos an Bull Durham und White Men can't jump anschließt. Der ehemalige Baseball-Spieler (in der Minor League) ist ein Experte darin, Profisport leinwandgerecht umzusetzen. Bei ihm stehen die Menschen und nicht der Sport im Vordergrund, und er läßt den Schauspielern Zeit, ihren Charakteren die notwendige Tiefe zu verleihen.

So kann Rene Russo, wie schon in Get Shorty, ihr komödiantisches Talent zeigen und Cheech Marin beweisen, daß er mehr kann als überdimensionierte Joints zu rauchen oder alle erdenklichen Arten von pussies anzupreisen. Gut erholt von den Strapazen um Waterworld scheint auch Kevin Costner, der hier zum ersten Mal in einer komischen Rolle brilliert. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #04.
© 2012, Schnitt Online

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