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Thomas, die fantastische Lokomotive

Thomas and the Magic Railroad. USA 2000. R,B: Britt Allcroft. K: Paul Ryan. S: Ron Wisman. M: Hummie Mann. P: Destination, Gullane, Isle of Man. D: Alec Baldwin, Peter Fonda, Mara Wilson, Russell Means u.a.
85 Min. Concorde ab 26.10.00

Konkurrenz für Jim Knopf

Von Manuela Brunner Die Eisenbahn hat Tradition im Film. Ihre Karriere im Animationsfilm begann bei Georges Méliès, und so ist die Dampflok Thomas ein kleiner Sohn großer Vorfahren. Reverend Wilbert Awdry erfand in den 40er Jahren die sprechenden Eisenbahnen, in den frühen 80er Jahren erschienen die ersten Eisenbahn-Geschichten seines Sohnes Christopher Awdry, und schon bald darauf dampften Thomas und seine Freunde auch über die TV-Bildschirme.

Der Film bemüht sich sehr, die Atmosphäre einer 80er Jahre-Trickserie zu bewahren und setzt nur ganz behutsam moderne Special Effects ein. Die »Mimik« der Lokomotiven beschränkt sich auf einen festen Gesichtsausdruck je Einstellung, und das ist kein Manko, sondern läßt Raum für die liebevollen Dekors und die originellen Charaktere, wie etwa den Herrn Schaffner, eine nur wenige Zentimeter große Glanzrolle für Alec Baldwin.

Herr Schaffner hat das Problem, daß ihm sein Zauberglitzerstaub ausgeht, der es ihm ermöglicht, sich zwischen der »wirklichen Welt« und dem magischen Wunderland der sprechenden Eisenbahnen hin und her zu bewegen. Der einzige andere Weg, zwischen den Welten zu wechseln, ist eine magische Eisenbahn, die aber in der Garage Peter Fondas steht und die er allein nicht unter Dampf setzen kann. Hilfe erhält er schließlich von seiner Enkelin, dem Kinderstar Mara Wilson und der mutigen kleinen Lokomotive Thomas.

Die eigentliche kindliche Identifikationsfigur des Films ist Thomas, der tapfer seine Angst vor Kälte, Dunkel und der bösen Diesellok besiegt, um die Verbindung zwischen der Welt und dem Wunderland zu erhalten. Erzählstil und -tempo sind kindlichem Auffassungsvermögen angepaßt, vielleicht sogar etwas zu langsam, und einige Songs im Heinz-Rudolf Kunze-Stil stellen die Toleranz-Grenze für Kitsch auf die Probe. Doch ist Thomas, die fantastische Lokomotive in seiner bewußten Verneinung von Videospiel-Mustern und seinem Bekenntnis zum Kindischen auf charmante Art altmodisch, ein wertvolles Stück Kino für die Kleinsten, fern aller »Teletubbies«-Debilität. 1970-01-01 01:00
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