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The Transporter

F/USA 2002. R: Louis Leterrier, Cory Yuen. B: Luc Besson, Robert Mark Kamen. K: Pierre Morel. S: Nicolas Trembasiewicz. M: Stanley Clarke. P: Europacorp. D: Jason Statham, Shu Qi, François Berleand, Matt Schulze, Ric Young, Doug Rand u.a.
92 Min. Tobis ab 8.5.03

Lucky Luc

Von Carsten Happe Das Universum des Luc Besson. Irrwitzige Verfolgungsjagden durch den chaotischen Innenstadtverkehr Frankreichs, submarine Kameratauchgänge in erlesenen Blautönen, ein militärisch vorgeprägter Einzelgänger in der Hauptrolle, der es mit einer Armada feindlich gesonnener Gestalten aufzunehmen hat, sowie Karikaturen der französischen Exekutivgewalt. All dies durchzieht das Œuvre des umtriebigen Regisseurs, Produzenten und Autors wie eine Sammlung roter Fäden, die immer dann wieder aufgenommen werden, falls es an innovativen Einfällen mangelt.

The Transporter besteht allein aus diesen Komponenten, versteckt diesen Umstand jedoch unter einer gelackten, schmissigen Action-Inszenierung, die lange Zeit ansprechend unterhält. Über weite Strecken – d.h. für die Laufzeit von einer Stunde – fasziniert insbesondere die physische Präsenz von Jason Statham, bevor der Film und auch Stathams Performance in unangenehme Van-Damme-Gefilde abdriften. Unerwartet charismatisch und diszipliniert füllt der Brite, bisher vornehmlich in Guy Ritchies Kleingangsterpossen Bube, Dame, König, Gras und Snatch aufgefallen, seine erste Hauptrolle aus, ohne in die gängigen Klischees einschlägiger Leinwandmachos zu verfallen.

Dann aber mutet ihm das mittlerweile auf Autopilot geschaltete Script einen dreißigminütigen Showdown zu Lande, auf einem Ölfilm und in der Luft zu, dessen Einfallslosigkeit weder Statham noch Regiedebütant Louis Leterrier eigentlich verdient hätten. Weniger noch einen grenzdebil dauergrinsenden Oberschurken aus Hollywoods Amateurliga für Wannabe-Jungstars, der bei jedem seiner Auftritte wahre Haßgefühle provoziert und viele gute Ansätze mit einer einzigen Grimasse torpediert und versenkt.

Vielleicht mußte Besson erst mal einen letztlich schalen Best-Of/Remix rauslassen, bevor er sich, gründlich entschlackt, Neuem zuwenden kann. Oder aber wir werden hier Zeuge eines künstlerischen Ausverkaufs, der dann sicherlich auch nicht bei Taxi 3 endet. – May the force be with you, Luc! 1970-01-01 01:00
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