— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

The Skulls – Alle Macht der Welt

The Skulls. USA 2000. R: Rob Cohen. B: John Pogue. K: Shane Hurlbut. S: Peter Amundson. M: Randy Edelman. P: Original Film. D: Joshua Jackson, Paul Walker, Hill Harper, Leslie Bibb, Craig T. Nelson, William Petersen, Christopher McDonald u.a.
107 Min. Kinowelt ab 27.7.00

Professioneller College-Thriller

Von Frank Brenner Studenten amerikanischer Highschools sind strenger organisiert als ihre deutschen Kommilitonen. Spätestens seit den Teeniehorrorfilmen Scream und I Know What You Did Last Summer kennen auch die hiesigen Kinozuschauer die US-Fraternities, in denen sich die Lernenden in Gruppen mit festen Ritualen zusammenschließen. Wer keine allzu ergiebige historische Vergangenheit besitzt, hält an den wenigen existierenden Zeremonien wohl um so intensiver und länger fest. Die mysteriösere und unheimlichere Variante der Bruderschaften sind die sogenannten Geheimgesellschaften, die in Rob Cohens Film thematisiert werden, der sich als Weiterentwicklung der oben erwähnten Kassenschlager mit realem Hintergrund versteht.

Joshua Jackson, der Loser aus der Hitserie Dawson's Creek, darf hier erstmals sein Starpotential unter Beweis stellen und einen Helden von nebenan in der Tradition von Tom Hanks spielen, der gerade aufgrund seines eher durchschnittlichen Aussehens und seiner Natürlichkeit großes Charisma besitzt. Ganz im Stil der klassischen Hitchcock-Thriller gerät seine Figur unschuldig in eine Zwickmühle, in der sich alle gegen ihn stellen und es niemanden mehr zu geben scheint, dem er vertrauen kann. Von seiner unerschrockenen Freundin einmal abgesehen…

Trotz einiger unumgänglicher Stereotypen sind Thriller um derartige Verschwörungstheorien nach wie vor sehr spannend, wenn sie gekonnt inszeniert wurden. Rob Cohen ist ein verläßlicher und talentierter Regisseur, dessen Arbeiten stets eine hohe Professionalität ausstrahlen. Hier zeigt er einmal mehr, wie wichtig der Einsatz der Kamera, des Schnitts und der richtigen Musikuntermalung für Actionszenen ist. Gleich zu Beginn präsentiert er dem Zuschauer einen Wettkampf im Achterkanu, der so manche Autoverfolgungsjagd aus einschlägigen Genrefilmen wie ein müdes Seifenkistenrennen aussehen läßt. Diesen Standard kann Cohen über die gesamte Spielzeit aufrecht erhalten und dem Publikum somit so manche aufregende Szene bescheren.

Zum Gelingen des Films trägt auch die grandiose Kameraarbeit Shane Hurlbuts bei. Sein erster Spielfilm (bisher fotographierte Hurlbut lediglich Musikvideos und den gefeierten Fernsehfilm The Rat Pack) schwankt optisch zwischen Werbeclipästhetik und Gruselatmosphäre, die mich in ihren Bann zog und auf eine große Karriere hoffen läßt. Zukünftige Erfolge prophezeihe ich auch dem zweiten Hauptdarsteller Paul Walker, dessen blendendes Aussehen an Jude Law erinnert und sich in Kombination mit seinem differenzierten Spiel, das ihm seine Rolle abverlangte, für weitere interessante Parts empfiehlt. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap