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The Score

USA 2001. R: Frank Oz. B: Kario Salem, Lem Dobbs, Scott Marshall Smith. K: Rob Hahn. S: Richard Pearson. M: Howard Shore. P: Horseshoe Bay/Lee Rich. D: Robert De Niro, Edward Norton, Marlon Brando, Angela Bassett, Gary Farmer, Paul Soles u.a.
128 Min. Constantin ab 9.8.01
Von Carsten Happe Die nötige Anerkennung bleibt der leichten Muse allenthalben verwehrt. Nur eine Handvoll Komödien konnte sich bisher mit den höchsten Oscar-Weihen schmücken, der große Jack Lemmon bekam seinen Hauptrollen-Award erst für das Drama Save the Tiger, und auch Jim Carrey muß womöglich noch unzählige Leinwandtode sterben, bevor er die begehrte Trophäe entgegennehmen darf. Als Komödienexperten abgestempelte Regisseure gieren ebenfalls nach Bestätigung und wildern dafür gern in fremden Genres, wie das jüngste Beispiel Frank Oz ein weiteres Mal beweist. Sein aktueller Film The Score hat kaum noch etwas gemein mit Oz' früheren Komödienerfolgen, ist Charakterstudie und Thriller zugleich, ein Schauspielerfilm ohnehin.

Marlon Brando überredet Robert De Niro zu einem letzten, großen Coup, der Krönung seiner Diebeslaufbahn. Mit Edward Norton wird ihm ein engagierter Jungspund zur Seite gestellt, zudem umfassender Kenner der Location. Ein Heist-Movie also, Rififi zum wiederholten Male und erstaunlicherweise ein äußerst genügsamer Film. Allein auf den Raubzug konzentriert, wird die Planung und Durchführung derart minutiös begleitet, daß sich die Frage stellt, ob sich hinter dem Offensichtlichen etwas ganz Anderes, Größeres verbirgt, sich gar eine wahre, möglicherweise tragische Geschichte offenbart.

Doch nichts von alledem. Ein Raub ist ein Raub, das Geld die Motivation und The Score ein streckenweise erschreckend elegischer Film. Spannung erwächst erst in der letzten Viertelstunde, als einer der Beteiligten seine wahre Intention preisgibt – der erste der beiden Überraschungsmomente der gesamten zwei Stunden. Falls man die Tatsache nicht mitzählt, daß sich Marlon Brando mittlerweile für die Hauptrolle einer Helmut Kohl-Biographie aufdrängt. Das wäre zumindest eine gewagte Kombination – an The Score ist nichts gewagt, Frank Oz' Ausflug in dramatische Gefilde zu monothematisch und unspektakulär, daß er bewundernde Anerkennung verdient hätte. Dann doch lieber wieder was Lustiges und ein zweiter Billy Wilder werden. Wie wär's, Mr. Oz? 1970-01-01 01:00

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