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The Kid

Disney's The Kid. USA 2000. R: Jon Turteltaub. B: Audrey Wells. K: Peter Menzies. S: Peter Honess, David Rennie. M: Marc Shaiman. P: Junction. D: Bruce Willis, Spencer Breslin, Lily Tomlin u.a.
108 Min. Buena Vista ab 5.10.00
Von Konrad Lischka Auch wenn er in den USA mit Disney's The Kid das Prädikat im Titel trug – das ist nicht wirklich ein Film für Kinder. Eher ein Ersatz für die hobbypsychologischen Lebenssinn-Ratgeber auf den Nachttischen begüterter, erfolgreicher und ausgebrannter Hollywood-Produzenten.

Bruce Willis spielt in diesem neuen Film des Willis-mit-Kind-Genres einen begüterten, erfolgreichen Image-Berater. Sein Haus in den Hügeln Hollywoods besteht aus Glas und Metall, er selbst hat eine ähnliche Beschaffenheit: Die zynische Aura, die Willis ohnehin umgibt, wird bei Kommentaren über die Lächerlichkeit des romantischen Mondanschauens noch unterhaltsamer. Natürlich ist er leer und unglücklich. Man könnte den Charakter lieben, würde The Kid es sich jetzt nicht so einfach mit ihm machen. Auf einmal steht er sich selbst als Achtjähriger gegenüber, um seine eigene Zukunft vor einem Kopfschuß oder ähnlichem zu retten. Eine Frau muß her, vielleicht Kinder, auf jeden Fall ein Hund, ein Truck und der Pilotenschein.

Der Film nimmt das todernst, dabei hat längst American Beauty das erfüllte Leben des amerikanischen Mannes mit Frau und Kind gezeigt. Noch eine Reise ins Jahr 1968 und eine kleine, vulgärpsychologisch bedeutsame Prügelei und die Botschaft macht sich auch so gut: Familie macht glücklich, Flugzeuge und Hunde helfen dem Mann. Wer aber an der Zuckrigkeit würgend aus dem Kino schwankt, muß sich fragen, ob nicht der zynische, die Kindheit verdrängende Willis aus dem ersten Filmteil genauso reagieren würde. Es geht nicht um ein Rezept, sondern um Spaß an der Zeitverschwendung, zu sehen, wie Bruce Willis sich hier bewußt lächerlich macht. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #20.
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