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The Dancer

F 2000. R: Fred Garson. B: Jessica Kaplan, Luc Besson. K: Thierry Arbogast. S: Sylvie Landra. M: Pascal Lafa, Poz. P: Leeloo, TF1. D: Mia Frye, Garland Whitt, Rodney Eastman, Feodor Atkine u.a.
89 Min. Tobis ab 26.10.00
Von Carsten Tritt Daß Film vor allem Bewegung ist, hat der Produzent Luc Besson zuletzt mit Taxi Taxi bewiesen. Auch in seinem jüngsten Werk, The Dancer, geht es wieder darum. Allerdings ist es nicht, wie in den Taxi-Filmen die Geschwindigkeit der Bewegung, auf die es ankommt, sondern die Form.

Hauptfigur ist die aus dramaturgischen Gründen stumme Tänzerin India (gespielt von Mia Frye, die ganz Hartgesottenen vielleicht als Tänzerin und Choreographin des »Macarena«-Musikvideos bekannt ist); sie versucht, sich statt durch Worte durch die Bewegung zur Musik auszudrücken. Ihr ganzer Körper, sogar ihre Rastazöpfe, folgen den Rhythmen und Melodien. Und wie India will auch der gesamte Film einem Rhythmus folgen. Kamera, Schnitt und Handlung scheinen mitzutanzen. Zumindest in der englischen Originalfassung gehen sogar die Dialoge gelegentlich mit der Musik einher (was angenehm von ihrer inhaltlichen Dürftigkeit ablenkt).

Sicherlich hat man Tanzszenen schon besser inszeniert gesehen, und selbst das Presseheft nennt Garson einen »jungen« und »noch unerfahrenen« Regisseur, was man seiner Arbeit gelegentlich auch ansieht. Dafür aber beeindruckt der Film durch seine Konsequenz. The Dancer setzt keine visuellen Spielereien ein, selbst die ansonsten so beliebte und sich eigentlich als einfaches Mittel zur leichteren Befolgung des Rhythmus anbietende Slow Motion wird hier verweigert; Indias Bewegungen bleiben pur.

Solange sich die Tänzerin an eine vorgegebene Musik halten muß, ist ihre Ausdrucksmöglichkeit jedoch begrenzt, und hier kommt der eigentlich geniale Kniff des Films: Denn am Ende wird nicht der Tanz durch die Musik bestimmt, sondern die Töne müssen sich nach The Dancer richten. Denn nicht der ständig wiederkehrende Rhythmus des Soundtracks, sondern die Bewegung ist das, was die Faszination der Bilder ausmacht. 1970-01-01 01:00
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