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The Contract

D/USA 2006. R: Bruce Beresford. B: Stephen Katz, John Darrouzet. K: Dante Spinotti. S: Mark Warner. M: Normand Corbeil. P: Contract Productions. D: Morgan Freeman, John Cusack, Jamie Anderson, Alice Krige u.a.
96 Min. 3L ab 5.4.07

Wald-Meisterregisseur

Von Lina Dinkla Und zum hunderttausendsten Mal ist hier ein routiniert inszenierter Hollywoodthriller zu sehen, bei dem man – wie bei all den reißbrettartig gestalteten Vorgängern, die schon mit diesem Attribut versehen wurden – zwar nicht enttäuscht wird, aber eben auch keine besonderen Überraschungen erlebt.

Aber doch kurz zur Handlung: John Cusack spielt den ehemaligen Polizisten Ray, der nun als Lehrer und Coach eines Baseballteams seine Brötchen verdient. Seine Frau ist vor kurzem an Krebs gestorben, und seitdem macht Sohn Chris immer mehr Schwierigkeiten. Als letzte Chance, den Haussegen wieder geradezubiegen, kommt Ray auf die Idee, ein Vater-Sohn-Camping zu veranstalten. Das scheint auch gar nicht das Verkehrteste zu sein, jedenfalls können die beiden zwischen rauschendem Wildfluß und knackendem Unterholz tatsächlich etwas unbefangener über Pro und Kontra des Haschischkonsums diskutieren als in den eigenen vier Wänden.

Doch die Idylle währt nicht lang, denn zu allererst befinden wir uns in einem Thriller. Und dieser Handlungsstrang geht so: Morgan Freeman ist Carden, ein Auftragskiller auf der Flucht, der irgendein Hühnchen mit der CIA zu rupfen hat. Der landet natürlich genau in dem Wald, wo Vater und Sohn wandernd ihre Sorgen vergessen wollen. Rays alter Cop-Instinkt erwacht, doch Cardens Komplizen sind ihnen schon auf der Fährte, und es folgt die übliche Verfolgungsjagd über Stock und Stein mit markigen Sprüchen.

Im Presseheft wird Bruce Beresford als »Meisterregisseur« angepriesen. Nun ja, seit Driving Miss Daisy – aus dieser Zeit wird das Prädikat wohl herrühren – ist einige Zeit vergangen und meisterhaft möchte man The Contract wahrlich nicht nennen. Es ist zwar keine Zeitverschwendung, aber über ein »handwerklich nicht ungeschickt« und »solide Unterhaltung« geht es nicht hinaus. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #46.
© 2012, Schnitt Online

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