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The Bubble

Ha-Buah. IL 2006. R,B: Eytan Fox. B: Gal Uchovsky. K: Yaron Scharf. M: Ivri Lider. P: Metro Productions, Uchovsky Fox. D: Ohad Knoller, Alon Friedman, Daniela Virtzer, Yousef Sweid u.a.
90 Min. Pro-Fun ab 6.9.07

Schaumschläger

Von Cornelis Hähnel Es gibt zwei feste Konstanten im Werk von Eytan Fox: Israel und Homosexualität. Seinen Durchbruch hatte er mit Yossi & Jagger, einer dramatischen Liebesgeschichte über zwei israelische Soldaten. 2004 ließ er in Walking on Water junge Israelis mit der deutschen Enkelgeneration zusammentreffen. In The Bubble thematisiert er jetzt die Liebe zwischen einem Israeli und einem Palästinenser.

Lulu, Noam und Yali wohnen in einer WG in Tel Aviv, einer der wenigen Städte Israels, die nicht permanent von Krieg und Terror erschüttert werden, eine Blase, fast unberührt von den gewalttätigen Konfrontationen. Aber auch ihre Wohnung ist eine Art Blase, in der sie sich weniger um politische Konflikte kümmern, als vielmehr um Musik, Kultur und der Suche nach der großen Liebe. Ihr Leben beginnt sich zu verändern, als Noam eine Affäre mit dem Palästinenser Ashraf beginnt und dieser bei ihnen einzieht.

Was als romantische Liebesgeschichte beginnt und sowohl eine Zustandsbeschreibung des Alltags junger Menschen im Nahen Osten als auch eine zärtliche Parabel auf den israelisch-palästinensischen Konflikt hätte werden können, rutscht spätestens in der zweiten Hälfte in eine Aneinanderreihung von Klischees ab. Fox versäumt es, das enorm spannende Konflikt- und Kritikpotential seiner Grundkonstellation zu intensivieren, und verliert sich in großen dramatischen Entwicklungen. Sicherlich ist Tod und Terror noch immer trauriger Alltag, aber wenn man schon das Symbol der »Blase« bemüht, wäre es eine dankbare Möglichkeit gewesen, den Film auf eine metaphorische Ebene zu heben und ihn nicht wieder mit dem Gewalt-erzeugt-Gegengewalt-Zeigefinger zum großen finalen Knall zu führen. Denn gerade diese didaktische Wendung und die bemüht relevante Eskalation verhindern jegliche emotionale Wirkung. Eine Blase ist scheinbar dazu verdammt zu platzen, aber diese hätte in den Himmel aufsteigen und ihre Botschaft sichtbar machen können. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #47.
© 2012, Schnitt Online

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