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The Amityville Horror

USA 2005. R: Andrew Douglas. B: Scott Kosar. K: Peter Lyons Collister. S: Christian A. Wagner, Roger Barton. M: Steve Jablonsky. P: MGM, Platinum Dunes, Radar Pictures. D: Ryan Reynolds, Melissa George, Jesse James, Jimmy Bennett, Chloë Grace Moretz u.a.
89 Min. Fox ab 21.4.05

Geisterbahn

Von Katja Spranz Tausendmal dagewesen: Eine Patchwork-Familie, die ein neues Leben beginnen möchte, sucht ein neues Heim. Zum Neuanfang ziehen alle in eine einsame Villa. Die war billig. Dafür gibt es allerdings einen Grund. Jahre vorher hat ein Mann seine Familie umgebracht und die Morde mit »Stimmen« gerechtfertigt, die ihm diese befohlen hätten. Das Haus wird aber nichtsdestotrotz gekauft, denn das Familienoberhaupt bemerkt nur trocken: »Houses don't kill people. People kill people.« Es kommt dann, wie es kommen muß. Vadder wird immer komischer, dreht langsam durch. Alle Familienmitglieder stellen sich dümmer an als die Polizei erlaubt. Die Tochter spricht mit einer imaginären Spielgefährtin, die sie gefährliche Spiele spielen läßt. Natürlich glaubt ihr niemand, daß dieses Mädchen wirklich existiert. Alle sehen dunkle, unheimliche Gestalten. Alle hören dunkle, unheimliche Stimmen. Der Stiefvater wird immer aggressiver. Selbst ein zu Hilfe gerufener exorzismuskundiger Geistliche sucht das Weite. Aber man kennt das zur Genüge aus Horrorfilmen: Die betroffenen Protagonisten verstehen einfach gar nichts. Das Orakel persönlich könnte sie auf die unguten Vorzeichen aufmerksam machen – wäre auch nicht genug. Es muß erst zum Äußersten kommen. Dazu kommt es auch.

Das wäre ja soweit alles in Ordnung. Denn schließlich sind alleinstehende Häuser mit dunklen Kellern tatsächlich unheimlich, genau wie langsam gefährlich werdende Familienmitglieder. Man fiebert ja auch bei einem Film mit, den man auswendig kennt. Die Tricks aus der Klamottenkiste des Genres funktionieren oft. Sie animieren allerdings manchmal auch nur zum Kichern. Dann entsteht die berühmte unfreiwillige Komik. Wie hier, wo die dunklen Gestalten ungefähr so unheimlich sind wie die in der Geisterbahn auf der Dorfkirmes. Wirkliches Gruseln will sich nicht einstellen, da die ganze Handlung zu sehr zusammengestückelt wirkt. 1970-01-01 01:00
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