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Teurer als Rubine

A Price Above Rubies. USA 1998. R,B: Boaz Yakin. K: Adam Holender. M: Lesley Barber. S: Arthur Coburn. D: Renée Zellweger, Christopher Eccleston, Glenn Fitzgerald, Julianna Margulies u.a.
117 Min. Advanced ab 26.11.98
Von Ralf Möller Der Regisseur Boaz Yakin ist schon ein recht seltsamer Zeitgenosse. Bei reinen Drehbuchaufträgen scheint er sich dem bluttriefenden Actionkino verschrieben zu haben. Denn nach The Punisher (1989) und The Rookie hat er nun auch an dem From Dusk Till Dawn-Sequel Texas Blood Money mitgearbeitet. Seine Regiearbeiten dagegen sind Milieustudien.

Brooklyn und seine Menschen sind Yakins Studienobjekte. In seinem Debüt Fresh zeigte er uns durch die Perspektive eines 12jährigen Afroamerikaners die von Gewalt geprägte Welt, während Teurer als Rubine einen faszinierenden Blick in die Kreise der orthodoxen Juden gewährt. Diesmal ist es das Schicksal der Jüdin Sonia, das uns eintauchen läßt in eine fremde und bizarre Umgebung. Die junge Frau muß erkennen, daß ihre Wünsche und Sehnsüchte mit den strengen Regeln der religiösen Gemeinde nicht vereinbar sind. Doch der Ausbruch aus dieser von Widersprüchen geprägten bigotten Gesellschaft bedeutet für sie den Verlust ihrer Familie und ihres Glaubens. Ein hoher Preis, den sie für ihre Freiheit zahlen muß.

Der Regisseur hat mit Renée Zellweger in der Rolle der Sonia die perfekte Besetzung gefunden. Ihre unglaublich starke Darstellung zieht einen sofort in den Bann, dabei verzichtet sie geschickter Weise auf die netten Spielereien, die sie in Jerry Maguire so liebenswert gemacht haben. So gelingt ihr in Teurer als Rubine ein großartiges Frauenporträt, und Boaz Yakin zeigt uns gleichzeitig sehr detailgenau die erstaunliche Welt der orthodoxen Juden in Brooklyn. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #12.
© 2012, Schnitt Online

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