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Taxi Taxi

Taxi 2. F 2000. R: Gérard Krawczyk. B: Luc Besson. K: Gérard Sterin. S: Thierry Hoss. M: Al Khemya. P: Leeloo, TF1, Le Studio Canal+. D: Samy Nacéri, Frédéric Diefenthal, Emma Sjöberg, Marion Contillard, Bernard Farcy u.a.
90 Min. Tobis ab 31.8.00

Echte Cartoonaction

Von Carsten Tritt Der deutsche Actionfilm dümpelt seit Knockin' On Heaven's Door vor sich hin. Cascadeur und Straight Shooter wollte schon keiner sehen, inzwischen – jüngstes Beispiel war Nick Lyons durchaus beachtliches Erstlingswerk I Love You Baby – merkt der Zuschauer kaum noch, daß deutsche Genrefilme überhaupt in den Kinos laufen.

Unsere westlichen Nachbarn haben es da besser. Nachdem Taxi (1998) bereits rund 7 Millionen Franzosen begeisterte, erreichte die Fortsetzung Taxi Taxi inzwischen 10 Millionen Zuschauer. Daß sich dieser Erfolg in hiesigen Landen wiederholen läßt, erscheint mehr als zweifelhaft – Teil 1 flog in Deutschland bereits nach einer Woche aus den meisten Kinos, und daß das mittelmäßige Video zum eingedeutschten Filmsoundtrack derzeit bei Viva die Kinder quälen darf, wird auch nicht viel nutzen.

Verdient hätte Taxi Taxi den Erfolg, bietet er doch pure wunderschön hirnlose Action. Ich möchte mal wieder aus dem Presseheft zitieren, denn perfekter, als es dort geschrieben steht, vermag auch ich nicht den Geist des Films wiederzugeben: »[…] Auf der Leinwand ist stets ein und dasselbe Taxi zu sehen. Doch die Story erforderte, dass am Set insgesamt sieben Versionen desselben Wagens zur Verfügung standen, von denen jeder unterschiedliche Funktionen erfüllte. Das Grundmodell war, wie schon im ersten Teil, ein Peugeot 406 3.0 V6 […] Daneben wurden drei hochgetunte Taxis mit u.a. Querrudern und Heckspoilern ausstaffiert […] Für die Spezialeffekte brauchte man zwei weitere Wagen, bei denen diese Sonderteile so an der Karosserie angebracht waren, dass man sie nach belieben ein und ausfahren kann. […] Zuletzt benötigte man ein Taxi mit zwei Steuerrädern. Dazu baute man bei einem britischen Modell des Peugot 406 auf der linken Seite ein zweites Steuer ein. Wenn man den Helden während der diversen Verfolgungsjagden in Großaufnahme sieht, scheint es, als würde er den Wagen lenken, doch in Wahrheit tat es ein Rallyefahrer auf dem Beifahrersitz. […] So mußte beim Filmschnitt die Bildgeschwindigkeit nicht erhöht werden, wie es häufig bei anderen Actionfilmen der Fall ist.«

Damit diese Betonung auf die Actionelemente auch wirklich volle Wirkung entfalten kann, ist es Luc Besson gelungen, die Handlungselemente gegenüber dem ersten Teil noch weiter zu reduzieren – sie erscheinen nun mehr nur noch als Running Gag zwischen den Zirkusnummern. Statt deutsche Bankräuber jagen unsere Helden diesmal übrigens japanische Terroristen – weswegen es neben den Autostunts nun auch ein wenig Martial Arts zu sehen gibt. Die gewollt unlogische Story und die eher an Cartoonfiguren denn an richtige Menschen erinnernden Charaktere perfektionieren den spaßigen Eindruck des Films. Wie Taxi (1998) kommt deshalb auch Taxi Taxi trotz teils massiven Schußwaffengebrauchs vollständig ohne Leichen aus. Cartoonfiguren sind eben unsterblich. 1970-01-01 01:00
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