— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Suicide Kings

USA 1997. R: Peter O'Fallon. B: Josh McKinney, Gina Goldman, Wayne Rice. K: Christopher Baffa. M: Graeme Revell. S: Chris Peppe. D: Christopher Walken, Denis Leary, Jay Mohr u.a.
97 Min. VCL
Von Lisa Schneider Eigentlich, dachte Charles Bartoluci, wollten ihn die netten jungen Leute doch nur zum Essen einladen. Jetzt sitzt der alternde Mafiosi (Christopher Walken) an einen Sessel gefesselt im Wohnzimmer dieser verwöhnten Yuppies.
Und den kleinen Finger haben sie ihm auch abgeschnitten.

Zwei Millionen Dollar verlangen die fünf Milchgesichter von ihm – Lösegeld, das eine kürzlich entführte Freundin befreien soll. Einem Berufsverbrecher wie Bartoluci dürfte die Beschaffung einer solchen Summe doch keine größeren Probleme bereiten. Schließlich setzt der Italogangster seine beiden Handlanger auf den Fall an…

Zugegeben: Die Grundidee dieses dreisten Pulp Fiction-Plagiats ist gar nicht einmal so schlecht. Dafür aber die konzeptlose Umsetzung. Da bemüht sich ein Regisseur so krampfhaft um Coolness, daß er die Story völlig aus den Augen verliert. Brutale Gewalteinlagen, platte Schockeffekte gepaart mit einem grotesken Humor werden auf konfuse Weise miteinander verbunden. Die nötige Portion Selbstironie bringt der Film leider nicht mit, obwohl gerade an dieser Stelle mehr Konsequenz gefordert wäre. Auch die Charaktere wirken unglaubwürdig und bleiben bis zum Schluß profillos – trotz hervorragender Darsteller wie Denis Leary und Christopher Walken.

Der schwache Versuch, der Farblosigkeit der Protagonisten entgegenzuwirken, scheitert. Rückblenden etwa, die den blassen Hintergrund der Figuren beleuchten sollen, erscheinen eher wie ein verzweifelter Versuch, doch noch mehr Tiefe in die Handlung zu bringen. Suicide Kings findet nicht zu einer eigenständigen Linie, so daß er als aufgesetzter und völlig unausgegorener Genre-Mix endet. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap