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Studio 54

54. USA 1998. R,B: Mark Christopher. K: Alexander Gruszynski. S: Lee Percy. D: Ryan Phillippe, Salma Hayek, Neve Campbell, Mike Myers, Sela Ward u.a.
93 Min. Kinowelt ab 10.12.98
Von Markus Fritsch »Sodom und Gomorrha«, hätte Else Kling gesagt. »Das wird hier dem vorchristlichen Rom von Nacht zu Nacht ähnlicher«, sagte der US-Senator John Warner. Gemeint ist das Studio 54 in New York. Zu Beginn der Discowelle in den späten siebziger Jahren war der Club das Mekka aller Nachtschwärmer. So liest sich die Liste der Dauergäste auch als eine Auflistung aller Persönlichkeiten der Pop-Welt: u.a. Mick und Bianca Jagger, Karl Lagerfeld, Savador Dali, Truman Capote, Liza Minelli und natürlich Andy Warhol. Jeden Samstagabend drängelten sich normal Sterbliche in wilden Kostümen vor den Pforten der Disco in der Hoffnung hereingelassen zu werden. Was dem Katholiken eine Messe mit dem Pabst, war für den Discofreak ein Abend im Studio 54.

Shane O'Shea (Ryan Phillipe), ein hübscher Junge aus einem New Yorker Vorort hat eines Abends Glück und wird aus der Menge auserwählt. Von nun an darf in »heißen Höschen« Gläser einsammeln und Champagner nachfüllen, oder bei Gelegenheit seinem Chef Einen blasen. Schnell ist Shane von der Glitzerwelt fasziniert und steigt zum Barmann auf. Doch der menschliche Preis für den Eintritt in die High Society ist hoch und die schillernde Seifenwelt beginnt zu platzen. . .

Mark Christophers Erstlingswerk ist ein filmischer Volltreffer, weil er die Künstlichkeit der Discowelt inszeniert, wie die Echtheit eines Gefühlsrausches, der durch Ecstasy Pillen ausgelöst wird. Trotzdem war das Studio 54 in gewisser Weise ein modischer Trendsetter, wie es zu Zeiten der Beatles der Star Club war. Doch nichts ist schneller vergänglich als der Ruhm in der Popindustrie. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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