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Stuart Little

USA 1999. R: Rob Minkoff. B: M. Night Shyamalan, Greg Brooker. K: Guillermo Navarro. S: Tom Finan, Julie Rogers. M: Alan Silvestri. P: Columbia Pictures, Franklin/Waterman Productions. D: Geena Davis, Hugh Laurie, Bastian Pastewka, Götz Otto, Gudo Hoegel u.a.
92 Min. Columbia Tristar ab 20.4.00
Von Manuela Brunner Familienunterhaltung braucht Mäuse! Mäuse sind klein, putzig und immer für einen Lacher gut. Wer als Filmlabel noch keine Maus hat und eine findet, die sich noch nicht jemand anders unter den Nagel gerissen hat: Glückwunsch!

Columbia Tristar hat in einem alten Kinderbuch von E. B. White seine Maus gefunden. Stuart ist ein Mäuse-Waisenkind, das sich im siebten Himmel wähnt, als es von der Menschenfamilie Little adoptiert wird. Mit viel Charme schleicht sich das kleine Nagetier in die Herzen seiner neuen Familie, selbst der große Bruder findet in Stuart einen herrlichen Spielkameraden. So weit, so plüschig. Nur der Hauskater Snowbell schmiedet Intrigen gegen Stuart, fühlt er sich doch schwer in seiner Raubtierehre beleidigt, eine Maus zum Herrchen zu haben. Das Happy End ist bei einem solchen Film ebenso gewiß wie ein guter Schuß Kitsch.

In vielen Bereichen ist Stuart Little sehr konventionell. Geena Davis und Hugh Laurie platzen fast vor Liebenswürdigkeit als bilderbuch-perfektes Elternpaar Little und Teil einer ganzen liebenswerten »Little Schar«. Wem's zu langweilig ist: Hier läßt sich »Wo ist das versteckte Golden Girl« spielen! Dagegen verleiht Götz Otto mit seiner Stimme dem Kater Snowbell eine genüßlich-samtpfötige Boshaftigkeit – eine Boshaftigkeit, die Otto als Killer in Tomorrow Never Dies und Nazi-Scherge in Schindlers Liste bereits üben konnte.

Der Film bedient sich einer Ästhetik, die Unauffälligkeit auf die Fahnen ihrer Kamera- und Schnitt-Technik schreibt. Doch ist Stuart Little ein Film der Post-Jurassic Park-Ära, dessen Stärke vor allem im perfekten Verschmelzen von Trick- und Realfilm liegt. Der kleine Mäuserich ist komplett computeranimiert und steht seinen wirklichen Artgenossen in Pelzigkeit und Knopfäugigkeit in nichts nach. Bewundernswert auch die felinen Darsteller, bei denen nun wirklich keiner mehr sagen kann, was gutem Tiertraining und was der digitalen Nachbearbeitung zu verdanken ist.

Stuart Little, der in den USA als perfektes Weihnachtsmärchen für Familien mit Kindern geplant wurde, wird in Deutschland voraussichtlich ein ebenso erfolgreiches Osterei werden. Mein Wunsch fürs nächste Geschenkefest wäre angesichts diess Filmes eine Neuverfilmung des genialen Katzenthrillers Felidae mit Beteiligung der Effektabteilungen von Sony Pictures Imageworks und Rhythm & Hues! 1970-01-01 01:00
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