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Stealing Rembrandt – Klauen für Anfänger

Rembrandt. DK/GB 2003. R,B: Jannik Johansen. B: Anders Thomas Jensen. K: Eric Kress. S: Per K. Kirkegaard. M: Antony Genn. P: Fine & Mellow Productions, Ugly Duckling Films. D: Lars Brygmann, Jakob Cedergren, Nicolas Bro, Nikolaj Coster Waldau, Paprika Steen, Sonja Richter, Gordon Kennedy u.a.
109 Min. MFA ab 12.8.04.

Nervtötende Verlierer

Von Frank Brenner Die bekanntesten Namen des zeitgenössischen dänischen Kinos haben sich versammelt, um gemeinsam einen Film über ein unfähiges Gaunerquartett zu drehen, dem es per Zufall gelingt, das einzige Rembrandt-Gemälde Dänemarks zu entwenden. Das Drehbuch schrieb Anders Thomas Jensen (Mifune) zusammen mit dem Regiedebütanten Jannik Johansen, an der Kamera stand Eric Kress (2. Kamera bei Dancer in the Dark) und vor derselben tummeln sich mit Lars Bryggmann (Das Fest), Paprika Steen (Idioten) und Nikolaj Coster Waldau (Nachtwache) die größten Stars des Landes. Für die Auswertung in deutschen Kinos hat man den Titel an einen der größten dänischen Hits der letzten Jahre, Italienisch für Anfänger, angelehnt – und damit ein wenig die falschen Erwartungen geweckt. Denn obwohl der Film durch die skurrile Ausgangssituation auch einige Gags vorzuweisen hat, ist er insgesamt doch eher Charakterstudie als Komödie.

Die Handlung kreist um den Ganoven Mick, der sich mit seinem Sohn Tom im örtlichen Gefängnis die Klinke in die Hand gibt und sein Talent zur Gaunerei offensichtlich seinerseits von seinem Vater vererbt bekommen hat. Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm. Und so kommt es, daß nach einem fehlgeschlagenen Raub, den der Junior angezettelt und der Vater ausgeführt hat, die Bande mit einem echten »Rembrandt« dasteht. Da schaltet sich dann auch noch Opa ein, weil er als einziger zu wissen scheint, wer diese heiße Ware denn abkaufen kann. Jannik Johansens Ganovenfamilie sind tragische Verlierergestalten, weil sie ihr zweifelhaftes Talent mit in die Wiege gelegt bekamen und nie eine echte Chance hatten, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Einer der Leitsätze lautet denn auch: »Die Kinder sind nie schuld.« Schuld ist in der Erziehung zu suchen bzw. in der nicht vorhandenen Leitfigur durch die Eltern. Das sind Überlegungen, die durchaus für eine Diskussion gut sind, aber leider gehen sie in Johansens etwas zielloser Inszenierung unter, da sich diese nicht so recht für eine Tonart entscheiden kann. Die Figuren wirken in ihrer Tollpatschigkeit eher nervtötend als witzig, was leider durch eine sehr mangelhafte deutsche Synchronfassung noch unterstrichen wird. Die Sprecher zeichnen sich nicht gerade durch Professionalität aus und lassen nie den Funken zu den Charakteren überspringen. Wenn man sich als Zuschauer mit dem Leid der tragikomischen Helden nicht identifizieren kann, funktioniert aber eben auch leider die dramatische Komponente des Films nicht. 1970-01-01 01:00
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