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Sorted

Sorted. GB 2000. R: Alexander Jovy. B: Nick Villiers. K: Mike Southon. S: Justin Krish. M: Guy Farley. P: Jovy Junior Enterprises. D: Matthew Rhys, Sienna Guillory, Fay Masterson, Jason Donovan, Tim Curry, Stephen Marcus u.a.
102 Min. Advanced ab 14.12.00
Von Frank Brenner Mit Sorted entführt uns ein ehemaliger DJ in seinem Regiedebüt in die Clubszene Londons – keine Frage, das Bild der In-Discos, das er dabei entwirft, ist authentisch und in seiner schonungslosen Direktheit nicht immer sehr schön anzuschauen. Neben dem allwöchentlichen Raven im Dunkel der gut abgeschirmten Clubs gehört nämlich auch der Drogenkonsum zum guten Ton bei den Teens und Twens.

Das muß auch der junge Carl erfahren, der weltfremd in der englischen Provinz aufgewachsen ist und nach dem mysteriösen Tod seines älteren Bruders erstmals in die Metropole kommt und von den Reizen einer unbekannten und faszinierenden Welt in ihren Bann gezogen wird. Bei seinen Nachforschungen dringt er immer tiefer in die Szene vor, lernt die dubiosen Bekannten seines verstorbenen Bruders kennen und hat schon bald mit den munter- und süchtigmachenden Pillen und Pulvern zu kämpfen.

Filme wie Trainspotting oder Fear and Loathing in Las Vegas haben uns in den letzten Jahren gezeigt, was Drogenkonsum beim Konsumenten bewirkt. Mit Hilfe digitaler Tricktechnik ist es einfach geworden, den skurrilen Halluzinationen eines Speed-Traums ein Gesicht zu geben. Alexander Jovy weiß dies in seinem Film ebenfalls auf effektvolle Weise einzusetzen. Sorted ist insgesamt eine kompetent inszenierte Mischung aus Szenedrama und Drogenthriller, in die auch einige unvermeidliche Love-Story-Elemente eingewoben sind.

Genau diese Konventionalität kann man dem Film dann auch zum Vorwurf machen. In seiner Handlungsentwicklung hat er nämlich erstaunlich wenig Überraschendes zu bieten. Das Figurenensemble ist altbekannt. Obwohl die eine oder andere Differenzierung zumindest angedeutet wird, gibt es da die Hure mit Herz, die die Wandlung von der eiskalten Gangstergespielin zur aufopferungsvollen Märtyrerin vollzieht (Haarfarbe natürlich rot) und die unschuldige, etwas verstört wirkende Freundin des Helden (natürlich blond), u.s.w.

Aber kann ein Film schlecht sein, in dem Tim Curry mit zuviel Kajal auf den Augenlidern einen Shakespeare-zitierenden Drogenboß mimt, der sein edelsteinbesetztes Gehstöckchen schon mal als Schlagwaffe einsetzt? Wohl kaum. Zudem hält Sorted eine wirkliche Entdeckung parat: Jason Donovan, der australische Serienstar (NeighbourS) und Schmusesänger der 80er Jahre (»Sealed With a Kiss«), ist als glatzköpfiger Szenestar Martin kaum wiederzuerkennen. Tagsüber biederer Zollbeamter, vollzieht Donovan perfekt die Wandlung zur nächtlichen Drag Queen im Club und darf am Schluß im »Wonder Woman«-Outfit nicht unerheblich zum Happy Ending beitragen. 1970-01-01 01:00
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