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Shrek 2

Shrek 2. USA 2004. R: Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon. B: Joe Stillman, J. David Stem, David N. Weiss, Andrew Adamson. S: Michael Andrews, Sim Evan-Jones. M: Harry Gregson-Williams. P: Dream Works, Pacific Data Images.
105 Min. UIP ab 1.7.04

Heiteres Märchenraten

Von Daniel Albers Der tollkühne Held und seine im ersten Teil gewonnene und inzwischen auch vershrekte Prinzessin Fiona kommen gerade aus den Flitterwochen, als eine Legation ihres Vaters, seines Zeichens König von »Weit Weit Weg«, das frischvermählte Paar an den Königshof bittet. Wohl oder übel muß auch Shrek dem Wunsch Folge leisten, obwohl er nichts Gutes ahnt, was die Begeisterungsfähigkeit des Vaters über einen ogerischen Schwiegersohn angeht. Und er soll Recht behalten.

Um diese Konstellation herum haben die Dreamworks-Trickser eine Fortsetzung der besseren Art aufgebaut: Die Gags zünden größtenteils immer noch, die Hauptfiguren – allen voran die langohrige Nervensäge mit Eddie-Murphy-Synchronstimme – sind an Sympathiewerten wieder einmal kaum zu überbieten, und das heitere Märchenraten aus dem ersten Teil kann ebenso weitergehen. Noch stärker als in jenem jedoch wurde die Parodierlust auf die Filmwelt ausgedehnt. Neben etlichen allgemeinen Seitenhieben auf das Hollywood-Gebaren finden sich Szenen aus Hook, Alien, Frankenstein, Mission Impossible, Ghostbusters, The Seven Year Itch, The Lord of the Rings, Matrix – die Liste ließe sich beliebig weiterführen.

All diese Zitate bieten jedoch wie im ersten Teil eher einen Mehrwert, als daß sie wie reiner Selbstzweck wirken. Auch ohne daß man alle parodierten Filme und Märchen erkennt, ist Shrek 2 ein großer Unterhaltungswert als Familienfilm zuzuschreiben. Denn auch die dem Genre des Animationsfilms ureigenste Zielgruppe der laufenden Meter darf diesem im positiven Sinne harmlosen Film mit seinem genrespezifisch sehr bildlichen Humor bedenkenlos ausgesetzt werden.

Für alle anderen bleibt allemal der Genuß eines genialen Renderings, das inzwischen annähernd Fotorealismus erreicht, kurzweiliges Assoziieren, schlagfertige Dialoge und nicht zuletzt eine kongeniale neue Hauptfigur, für die der Gestiefelte Kater mit einem gewissen südamerikanischen Rächer der Enterbten gekreuzt wurde. Übrigens: Romantiker sollten keinesfalls gleich nach Einsetzen des Abspanns den Saal verlassen! 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #35.
© 2012, Schnitt Online

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