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Shine

AUS 1996. R: Scott Hicks. B: Jan Sardi. K: Geoffrey Simpson. S: Pip Karmel. M: David Hirschfelder. D: Geoffrey Rush, Noah Taylor, Alex Rafalowicz, Armin Mueller-Stahl, John Gielgud u.a.
105 Min. Buena Vista ab 6.3.97
Von Tom Beyer Das Kino liebt die Musiker und ihre Lebensgeschichten, und mit Shine erzählt es eine der bewegendsten der jüngeren Zeit. Shine ist dabei kein Biopic, wenngleich sich Regisseur Scott Hicks vom Leben des gefeierten australischen Pianisten David Helfgott inspirieren ließ.

Schon als Kind (Alex Rafalowicz) wird Davids Lebensweg von seinem außergewöhnlichen Talent, aber vor allem von dem alles dominierenden Vater (Armin Mueller-Stahl), einem Holocaust-Überlebenden, bestimmt. Gegen dessen Willen geht David als Jugendlicher (Noah Taylor) nach London an das Royal College of Music. Dort feiert er musikalische Erfolge, gerät aber immer tiefer in Persönlichkeitskonflikte und bricht schließlich während eines Konzerts zusammen. Die Rückkehr nach Australien führt den mittlerweile Erwachsenen (Geoffrey Rush) durch verschiedene psychiatrische Anstalten. Erst die Liebe zur Astrologin Gillian (Lynn Redgrave) holt David zurück ins Leben und zur Musik und hilft, über den traumatisierenden Tod des Vaters hinwegzuhelfen.

Das größte Kapital des überwiegend in Rückblenden erzählten Films liegt in seinem Casting. Den drei Darstellern gelingt es, komplexe Charakterstudie zu zeichnen. Besonders überzeugend: die hinreißende Verkörperung von Genie und Wahnsinn des erwachsenen David Helfgott durch den australischen Theaterschauspieler Geoffrey Rush.

Obwohl Helfgott damit durchaus als tragische Figur zu sehen ist, setzt Shine immer wieder auf amüsante und unterhaltende Momente und vermeidet durch die uneingeschränkte Sympathie für seinen Protagonisten die Attitüden des Problemfilms. Auch wenn Scott Hicks in der visuellen Umsetzung der Geschichte Schwächen offenbart und so etwa Davids Nervenzusammenbruch als Höhepunkt recht einfallslos und wenig überzeugend inszeniert, ist ihm insgesamt ein einfühlsames Porträt gelungen. Neben den Darstellern weiß der australische Festivalhit auch durch die teils von Helfgott selbst eingespielten Klavierkompositionen von Tschaikowsky bis Chopin zu fesseln. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #05.

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