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Scooby Doo

USA 2002. R: Raja Gosnell. B: James Gunn. K: David Eggby. S: Kent Beyda. M: David Newman, Sugar Ray. P: Mosaic Media Group. D: Freddie Prinze jr., Sarah Michelle Gellar, Matthew Lillard, Linda Cardellini, Rowan Atkinson, Isla Fisher u.a.
86 Min. Warner ab 1.8.02

Spielfilm wird zum Comic-Strip

Von Sascha Seiler Nach den katastrophalen Realverfilmungen der Flintstones und den ersten zwei Abenteuern des Galliers Asterix wird nun eine weitere Hanna-Barbera-Figur ins Rennen geschickt, den Erfolg der Fernsehserie auf der Leinwand zu wiederholen. Doch diesmal ist es Scooby-Doo, der lustigste Zeichentrickheld weit und breit und seine menschlichen Kumpel – da kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen.

Neben dem computeranimierten tierischen Angsthasen setzen die Produzenten auf die klingenden Namen von Teenstars wie Sarah Michelle Gellar und Freddie Prinze Jr. Und reichern das Ganze mit dem stets hyperventilierenden Matthew Lillard an. Die Mischung stimmt zwar nicht so ganz, denn auf einen Langweiler wie Prinze Jr. hätte man getrost verzichten können. Aber Gellar ist es schließlich gewohnt, Geschöpfe aus der Schattenwelt zu verprügeln, und Lillard soll in der Rolle des frühen Vorbilds aller Slacker dieser Welt, Shaggy, ja auch übermotiviert zu Gange sein.

Und, obwohl die vorab zu sehenden Bilder dies nicht vermuten ließen: Der Köter ist wirklich sehr witzig. Dem Film gelingt es nicht zuletzt aufgrund der schauspielerischen Überpräsenz von Scooby-Doo, einen Lacher nach dem anderen zu landen.

Doch damit nicht genug: Es wird nicht einmal der Versuch unternommen, die Absurdität des Zeichentricks zugunsten der reduzierten Möglichkeiten der Realverfilmung einzudämmen. Ganz gegen jegliche Regeln der Dramaturgie, wird das Stereotypische und der serielle Charakter der Scooby-Doo Fälle auf die große Leinwand übertragen und somit werden – ohne Transformation auf der Erzählebene – Insider Gags erzeugt. Das archetypische »dem Bösewicht die Maske abziehen und feststellen, daß er entweder kein Mensch, ein ganz anderer oder sonst irgend etwas ist« wird ad absurdum getrieben – und genau in solchen Momenten besteht der anarchistische Witz dieses nur scheinbar oberflächlichen Spaßes.

Muster werden aufgrund ihres Seriencharakters erst zu bestimmenden Erzählsträngen umfunktioniert, indem stets der Verweis auf die animierte Phantasiewelt der Serie vorherrscht, und die »reale«, auf der Leinwand dargestellte Welt zum Substitut degradiert wird. Das Lächerliche in den Witzen darf bleiben, obwohl der reale Charakter die Lächerlichkeit eigentlich verbieten bzw. sie in eine logisch erklärbare Welt wenigstens halbwegs transportieren müßte. Nichts davon geschieht. Die Charaktere in Scooby-Doo dürfen auch in der Realverfilmung sie selbst bleiben, das Serielle, Metaphysische des Comic-Strips bleibt bewahrt.

Und der Hund ist wirklich lustig. 1970-01-01 01:00
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