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Science Fiction

B/NL 2002. R: Danny Deprez. B: Chris Craps, Jean-Claude Van Rijckeghem. K: Walther van den Ende. S: Michèle Hubinon. M: Loek Dikker. P: A Private View. D: David Geclowicz, Fran Michiels, Koen De Bouw, Wendy Van Dijk, Liesbeth Kamerling u.a.
94 Min. MFA ab 30.10.03

Aliens in Belgien

Von Frank Brenner Dieses Gefühl hat man als Kind schon einmal: Gerade, wenn man als Heranwachsender mit seinen eigenen Stimmungen und Launen zurechtkommen muß, erscheinen einem die Eltern mit ihren sonderbaren Verhaltensweisen und anderen Ansichten wie Außerirdische von einem fremden Planeten. Der 9jährige Andreas hat allerdings mehr als nur eine Vermutung und wird durch die detektivischen Ermittlungen seiner neugewonnenen Freunde auch noch in seiner schrecklichen Annahme bestärkt. Sind Herr und Frau Decker tatsächlich Aliens, die mit dem Auftrag auf die Erde gekommen sind, sich diese Untertan zu machen?

Wer sagt denn, daß es keine Kinderfilme gibt, die eine originelle Geschichte auf spannende Weise erzählen und darüberhinaus erfreulich unaufdringlich auch noch Botschaften unterbringen können? Der mehrfach ausgezeichnete belgische Regisseur Danny Deprez (Der Ball) beweist uns hier, daß man an Filme, die primär für ein jugendliches Publikum gedacht sind, ruhig auch die gleichen Kriterien wie an Spielfilme für Erwachsene anlegen sollte. Seine vier Hauptdarsteller, allesamt filmische Neulinge im präpubertären Alter, werden von Deprez auf derart einfühlsame Weise geführt, daß ihre Interpretationen durchweg glaubwürdig ausfallen und frei von jeglicher Kinderdarstellern oft anhaftenden Übertreibung sind. Sogar die Schlußszene, die so mancher erfahrene Schauspieler leicht hätte ruinieren können, funktioniert mit den Kindern tadellos. Abgesehen von einigen wenigen Standardsituationen und einer stereotypen Nebenfigur, die der Hüne Carel Struycken auf seine gewohnt kauzige Art verkörpert, schafft es das Drehbuch spielend, die genreimmanenten Klischees zu vermeiden. Die Spannung des Films, die durchaus auch ein erwachsenes Publikum noch in seinen Bann ziehen kann, entsteht in erster Linie aus der kühl-bedrohlichen Atmosphäre, der Ausstattung und der Beleuchtung. Ein kleiner europäischer Film, der mit wenig Aufwand viel erreicht. 1970-01-01 01:00
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