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Scary Movie 2

Scary Movie 2. USA 2001. R: Keenen Ivory Wayans. B: Shawn Wayans, Marlon Wayans, Craig Wayans u.a. K: Steven Bernstein. S: Peter Teschner, Richard Pearson. M: Randy Spendlove. P: Wayans Bros. Entertainment. D: Marlon Wayans, Anna Faris, Shawn Wayans, Tori Spelling, James Woods, Tim Curry u.a.
90 Min. Highlight ab 6.9.01

Schreckliche Fortsetzung

Von Frank Brenner Kevin Williamsons Originaldrehbuch für den Megaerfolg Scream trug noch den Arbeitstitel ›Scary Movie‹. Als die Wayans-Brüder im vergangenen Jahr dann die ultimative Parodie auf die Schlitzerreihe in die Kinos brachten, war diese Anspielung noch einer der besseren Gags. Schließlich hatte Wes Craven die besten Pointen in seinen Filmen gleich mitgeliefert, so z.B. wenn er im ersten Teil der Slashertrilogie einen Gagauftritt à la Alfred Hitchcock hinlegte, als er im Freddy-Krueger-Outfit in der berüchtigten Highschool den Fußboden fegte.

Der Kinotrailer zu Scary Movie schaffte es, in seiner zweieinhalbminütigen Laufzeit alle halbwegs gelungenen Ideen des Films unterzubringen und somit eine ganze Schar der potentiellen Zielgruppe pubertierender Jugendlicher in die Kinos zu locken und den Film zu einem Hit zu machen. Den meisten von ihnen dürften auch die unsäglich platten und diffamierenden Geschmacklosigkeiten, vor denen der Film geradezu strotzt, zügelloses Vergnügen bereitet haben. Schließlich sind Fäkal- und Sexualgags, die keine Grenze mehr scheuen, mittlerweile der Erfolgsgarant für eine jede Teeniekomödie. Obwohl die Wayans-Brüder im vergangenen Jahr mit dem Werbespruch »Keine Gnade, keine Scham, keine Fortsetzung« zu ködern wußten, ist sie nun doch da: die Fortsetzung.

Scary Movie war nahezu ein Szene-für-Szene-Remake des ersten Scream-Teils, bei dem sämtliche Ereignisse parodistisch überzogen und noch so manch andere Persiflage auf moderne Kinoerfolge eingearbeitet wurde. Scary Movie 2 hat ebenfalls eine durchgängige Handlung, die sich diesmal grob an der Story von Jan De Bonts Gruselmär The Haunting orientiert. Das kann man durchaus als Vorteil zu vergleichbaren Genreparodien verstehen, da der Film so nicht vollkommen in ein Stückwerk aus zusammenhanglosen Zitaten zerfällt. Die Hauptdarsteller aus Teil 1 sind mittlerweile auf dem College (auch die, die im ersten Teil eigentlich gestorben sind!) und werden von dem sinistren Professor Tim Curry für ein psychologisches Experiment in ein altes Schloß gesperrt, das sich – natürlich – als Brutstätte des Übersinnlichen und Bösen erweist.

Die Gags sind bis auf wenige Ausnahmen mal wieder furchtbar platt, aber vielleicht nicht ganz so geschmacklos wie beim Vorgänger. Dennoch müssen auch hier wieder eine ganze Reihe Minderheiten als Ziel des Spotts herhalten, allen voran Behinderte, Homosexuelle, Farbige und Poltergeister. Da Marlon Brando sein Mitwirken aufgrund einer Lungenentzündung kurz vor Drehbeginn absagen mußte, fehlt bei dieser Auflistung die Kategorie Übergewichtige. Mit Namen wie James Woods, Veronica Cartwright, Tim Curry, Chris Elliott und Tori Spelling ist der Film dann doch ganz schön dick besetzt – und diese Stars zu erleben, während sie sich zum Affen machen, stellt einen geringen, aber immerhin noch den größten Reiz dar, sich Scary Movie 2 anzuschauen. 1970-01-01 01:00
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